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Afghanistan Bundeswehr in Sorge vor Terror der Taliban

14.06.2006 ·  Während im Süden Afghanistans afghanische Truppen und Amerikaner eine Offensive gegen Taliban gestartet haben, ist die Bundeswehr im Norden des Landes nach den jüngsten Anschlägen in Sorge vor dem islamistischen Terror.

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Bei der größten Offensive der afghanischen Armee und der von den Amerikanern geführten Koalition seit dem Sturz der Islamisten im Dezember 2001 sind am Mittwoch mindestens 26 mutmaßliche Taliban-Kämpfer getötet worden. Der Gouverneur der Provinz Paktika im Südosten Afghanistans, Mohammed Akram Chapelwak, sagte der Nachrichtenagentur AFP, afghanische Sicherheitskräfte hätten mit dem Einsatz im Bezirk Siruk nahe der pakistanischen Grenze auf Angriffe der Aufständischen reagiert. Der Einsatz dauere an. Koalitionssprecher Paul Fitzpatrick sagte AFP, die „Operation Vorstoß gegen den Berg“ (Mountain Thrust) habe bereits Mitte Mai begonnen.

Dem Gouverneur zufolge wurden bei einem Raketenangriff in seiner Provinz vier Zivilisten getötet und 18 verletzt. Ein pakistanischer General teilte mit, die von Pakistan aus abgefeuerten Raketen, die vermutlich Soldaten gegolten hätten, seien in Häuser eingeschlagen.

An der „Operation Vorstoß gegen den Berg“ sind rund 11.000 Koalitionstruppen vor allem aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Kanada sowie afghanische Soldaten beteiligt. Bislang waren Informationen über die Offensive geheim gehalten worden. Oberstleutnant Fitzpatrick sagte, mit dem Militäreinsatz sollten die nötigen „Bedingungen geschaffen“ werden für die Ende Juli oder Angang August geplante Übertragung des Kommandos im Süden Afghanistans von der von den Amerikanern geführten Koalition auf die Nato-geführte internationale Schutztruppe Isaf.

Blutiger Sommer befürchtet

Unterdessen ist die Bundeswehr ist über die neue Angriffsmethode der radikal-islamischen Talibankämpfer in Afghanistan „äußerst besorgt“. Aus Offizierskreisen war am Mittwoch in der afghanischen Hauptstadt zu erfahren, daß sich am Dienstag bei den Anschlägen auf deutsche Soldaten in den nördlichen Stützpunkten Faisabad und Kundus gezeigt habe, wie „professionell jetzt die Taliban vorgehen“.

Offensichtlich mit Handys haben sie Sprengsätze ferngezündet. Bei den Anschlägen wurden zwei Bundeswehrsoldaten verletzt. „Alles deutet darauf hin, daß die Kämpfer der Taliban im Irak ausgebildet worden sind“, erläuterte ein Offizier.

Die neue Angriffsart hat auch die Parlamentarier in Berlin aufgeschreckt. Die FDP-Sicherheitsexpertin Elke Hoff bezeichnete die Qualität der neuen Anschläge als „alarmierend“. Die Sprengfallen der Taliban würden immer gefährlicher. „Wir müssen jetzt alles uns mögliche für den Schutz unserer Soldatinnen und Soldaten unternehmen“, unterstrich Hoff. Sie forderte die Bundeswehrführung auf, umgehend ein Schutzsystem gegen Sprengfallen zu beschaffen.

Angriffe der Taliban auch im Norden

auchIn den von den Taliban dominierten Gebieten des afghanischen Südens und Ostens sind am Dienstag zwei Soldaten der alliierten Truppen erschossen worden. Seit Anfang des Jahres sind nach Angaben der Amerikaner in diesen Regionen rund 40 Soldaten bei Gefechten mit den Aufständischen getötet worden. Es gibt nach Darstellung westlicher Geheimdienste in Kabul „nicht mehr zu übersehende Hinweise, daß die Taliban unter Führung ihres neuen Feldkommandeurs Jalaluddin Haqqani ihre Angriffe auf ausländische Soldaten auch auf den Norden ausdehnen“.

Der neue Mann an der Spitze der Taliban wird als „erfahrener Kämpfer“ bezeichnet, der besonders versiert aus dem Hinterhalt angreife. Haqqani hat bereits in den achtziger Jahren gegen die sowjetischen Besatzer gekämpft. Der jetzt 50jährige ist nach den Schilderungen ein Freund Usama Bin Ladins und habe seinerzeit viele Trainingscamps Al Qaidas geleitet.

„Zusehends kämpferische Auseinandersetzungen“

Die Ernennung Haqqanis habe der neuen Offensive der Taliban „Schwung gegeben“, wurde von Militärkreisen in Kabul erläutert. Die Bundeswehr war bisher bei ihrem Einsatz am Hindukusch unter der Bevölkerung geachtet. „Das Blatt hat sich unter den neuen Entwicklungen, die sich auch bei den schwersten Unruhen vor einigen Wochen in Kabul gezeigt haben, gewendet“, ließ ein deutscher Offizier wissen. Die Bundeswehrsoldaten müßten sich „zusehends auf kämpferische Auseinandersetzungen“ mit den Taliban einstellen.

Die Bundeswehr hat gerade das Isaf-Kommando im Norden Afghanistans übernommen. Die Deutschen müssen sich in einer Bandbreite von etwa tausend Kilometern bewegen. „Das bereitet uns große Kopfzerbrechen, weil wir viel zu wenig Hubschrauber und Fahrzeuge haben“, gab ein Offizier zu bedenken. Die Bundeswehr verfügt nicht wie die Amerikaner über Kampfhubschrauber, nur über veraltete CH-53 Transporthubschrauber. Auch fehlen zum großen Teil gut gepanzerte Wagen. Die Aufständischen „gehen nach Plan und gezielt vor“, wurde übereinstimmend von amerikanischen und deutschen Offizieren erklärt. Die Taliban würden hauptsächlich von ihren Stützpunkten im pakistanischen Grenzgebiet aus operieren und sich jeweils wieder schnell dorthin zurückziehen. Es werde ein „blutiger Sommer“ befürchtet, hieß es. (Siehe auch: Afghanistan: Taliban stürmen Polizeikaserne)

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Von Timo Frasch

Die hiesigen Muslime hören auf, nur ein Teil Deutschlands zu sein, und fangen an, zu Deutschland zu gehören, wenn ihre Deutschkenntnisse gut genug sind, um zu erahnen, was Wulff, Gauck oder Söder mit ihren jüngsten Einlassungen zum Thema gemeint haben könnten. Mehr 5 6