18.09.2007 · Am Standort der deutschen Soldaten im nordafghanischen Mazar-i-Scharif haben Aufständische einen Isaf-Konvoi angegriffen. Bei Gefechten im Süden soll der für die Entführung von Südkoreanern verantwortliche Taliban-Kommandeur getötet worden sein.
Am Bundeswehr-Standort im nordafghanischen Mazar-i-Scharif ist am Dienstag ein Anschlag auf einen finnischen Konvoi der Internationalen Schutztruppe Isaf verübt worden. „Wir sind froh, dass keine Soldaten zu Schaden gekommen sind“, sagte ein Sprecher der finnischen Streitkräfte in Afghanistan.
Die Explosion ereignete sich am Stadtrand von Mazar-i-Scharif. Über das Schicksal einer Frau und mehrerer Kinder, die in unmittelbarer Nähe des Konvois gestanden hatten, sei nichts bekannt. Ein Fahrzeug sei bei der Detonation beschädigt worden, der Konvoi habe seine Fahrt aber fortsetzen können.
Eine schwedische Einheit sperrte den nur wenige Kilometer vom Bundeswehr-Camp entfernten Anschlagsort ab. Schweden leitet das zivil-militärische Wiederaufbauteam in Mazar-i-Scharif, an dem sich auch Finnen beteiligen. Die Bundeswehr unterhält dort ihr größtes Feldlager außerhalb Deutschlands. Im Camp Marmal sind zurzeit rund 2.300 Isaf-Soldaten stationiert, davon sind etwa 1.800 Deutsche. Den Flugplatz dort nutzen auch die sechs Bundeswehr-Tornados, die für die Isaf Aufklärung betreiben.
In Süden Afghanistan war am Vortag ein Isaf-Soldat bei einer Explosion getötet worden, teilte die Isaf mit. Angaben zur Nationalität machte sie wie üblich nicht. In Südafghanistan sind vor allem britische, kanadische und niederländische Isaf-Soldaten stationiert.
Führender Taliban-Kommandeur getötet?
Drei Wochen nach der Freilassung der südkoreanischen Geiseln in Afghanistan ist nach Polizeiangaben der für die Entführung verantwortliche Taliban-Kommandeur getötet worden. Der Polizeichef der südostafghanischen Provinz Ghasni, Alishah Ahmadzai, sagte am Dienstag, Abdullah Jan Abu Mansoor sei in der Nacht bei einem Luftangriff der Koalitionstruppen mit elf weiteren Aufständischen ums Leben gekommen. Nach Angaben der radikalislamischen Taliban kamen bei dem Angriff fünf Rebellen ums Leben, Abu Mansoor sei aber nicht unter den Toten.
Die Koalitionstruppen teilten mit, bei einer Operation in Ghasni seien am Dienstag mehrere mutmaßliche Aufständische getötet und vier gefangen genommen worden. Von einem Luftangriff oder von Taliban-Kommandeur Abu Mansoor war in der Mitteilung der Koalition allerdings keine Rede. Die Taliban hatten Mitte Juli 23 Südkoreaner entführt. Zwei Männer aus der Gruppe erschossen die Rebellen. Die letzten Geiseln kamen Ende August frei.