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Afghanistan Anschläge auf Bundeswehrsoldaten

07.04.2006 ·  Das Risiko für die deutsche Isaf-Soldaten wächst weiter: Bei zwei Anschlägen im Norden Afghanistans sind vier Bundeswehrsoldaten verletzt worden. Eine Patrouille nördlich von Kundus wurde Ziel eines Attentats, bei dem ein Afghane ums Leben kam.

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Bei zwei Anschlägen im Norden Afghanistans sind vier Bundeswehrsoldaten verletzt worden. Eine Bombe explodierte am Donnerstag morgen, als eine Patrouille 25 Kilometer nördlich von Kundus passierte, wie das Verteidigungsministerium am Freitag in Berlin bekannt gab.

Dabei wurde ein Soldat etwas schwerer verletzt, so daß er sicherheitshalber nach Deutschland zurückgeflogen werde, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Explosion kostete einen Afghanen das Leben, drei weitere wurden verletzt. Der Sprengsatz war den Angaben zufolge an einem Fahrrad befestigt und wurde per Fernzündung zur Detonation gebracht.

Schon in der Nacht zum Donnerstag war es nahe Faisabad zu einem Schußwechsel gekommen. Dabei kamen nach Angaben des Sprechers drei deutsche Soldaten mit leichten Verletzungen davon.

Verletzte auch bei Attentat auf amerikanische Patrouille

Im Süden Afghanistans verübte ein Selbstmordattentäter am Freitag einen Anschlag auf eine Patrouille des amerikanischen Militärs. Dabei wurden drei Soldaten leicht verletzt, wie die Streitkräfte erklärten. Der Mann hatte sich vor dem Stützpunkt eines Regionalen Wiederaufbauteams in Laschkargah in der Provinz Helmand in die Luft gesprengt.

Die Bundeswehr ist seit vier Jahren mit derzeit 2.670 Soldaten in Afghanistan vertreten. Einsatzgebiete sind die Hauptstadt Kabul sowie Kundus und Feisabad im Norden. Die Deutschen stellen das größte Kontingent der Nato-geführten Schutztruppe Isaf. Diese mehr als zehntausendköpfige „International Security Assistance Force“ wurde nach dem Sturz des Taliban-Regimes 2001 aufgestellt.

Im Januar 2002 wurden die ersten Bundeswehr-Soldaten nach Afghanistan in Marsch gesetzt, um hier für Sicherheit zu sorgen. Von der Bevölkerung wurden sie freundlich aufgenommen. Basislager ist das so genannte Camp Warehouse östlich von Kabul. In der Regel werden die Soldaten nach vier Monaten ausgewechselt.

Demnächst soll das Engagement der Deutschen schwerpunktmäßig in den Norden verlagert werden. Dem regionalen Aufbauteam (PRT) in Kundus gehören 464 Deutsche an, dem Team in Feisabad 233. Versorgt wird die deutsche Isaf-Truppe über den Luftwaffenstützpunkt Termes in Usbekistan, wo etwa 300 Mann stationiert sind.

Nach einem Bundestagsbeschluß vom September 2005 könnten deutsche Soldaten bald in ganz Afghanistan eingesetzt werden. Die Isaf-Mission beruht auf einer UN-Resolution vom Dezember 2001. Im selben Monat hat der Bundestag ihr zugestimmt. Isaf unterscheidet sich in Auftrag und Struktur von den Amerikanern geführten Operation Enduring Freedom, die gegen Kämpfer der radikal-islamischen Taliban und Al Qaida-Terroristen im Land vorgeht.

Unterdessen traf Bernadette Chirac, die Frau des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac, zu einem Kurzbesuch in Kabul ein. Am Samstag werde sie dort eine Klinik eröffnen, die die französische Regierung zusammen mit der Aga-Khan-Stiftung errichtet habe, teilte ein afghanischer Regierungssprecher mit.

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