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Afghanistan Anscheinend 28 Zivilisten bei Nato-Angriff getötet

27.07.2007 ·  In Afghanistan sind bei einem Luftangriff der Nato 28 Zivilisten ums Leben gekommen, wie der Gouverneur des Bezirks Gerischk berichtete. Das Schicksal der südkoreanischen Geiseln war unterdessen weiter ungewiss.

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Bei einem Luftangriff der Nato in der südafghanischen Provinz Helmand sind nach Angaben von Dorfbewohnern 28 Zivilisten getötet worden. Der Gouverneur des Bezirks Gerischk, Abdul Manaaf, sagte am Freitag, Dorfbewohner hätten ihn über die zivilen Opfer informiert. Auch 50 Rebellen seien ums Leben gekommen.

Die von den Amerikanern geführten Koalitionstruppen hatten am Donnerstag mitgeteilt, mehr als 50 Rebellen seien bei schweren Kämpfen in Helmand getötet worden. Die Koalition habe dabei auch Luftangriffe geflogen. Berichte über zivile Opfer habe es indes nicht gegeben. Ein Sprecher der von der Nato geführten internationalen Schutztruppe Isaf bestätigte, in der Gegend um Gerischk finde derzeit eine Militäroperation statt, über zivile Opfer aber gebe es keine Erkenntnisse. Opfer unter der Zivilbevölkerung bei internationalen Militäroperationen sorgen in Afghanistan zunehmend für Unmut.

Südkorea um Freilassung der Geiseln bemüht

Das Schicksal der 22 noch in der Gewalt der Taliban befindlichen Südkoreaner war unterdessen weiter ungewiss. Die Taliban hatten mehrmals gedroht, ihre Geiseln zu töten, wenn nicht gefangene islamistische Kämpfer freigelassen würden. Am Freitagmorgen war dafür abermals eine Frist verstrichen, doch nach Angaben des Gouverneurs der südostafghanischen Provinz Ghasni, Mehrajuddin Patan, haben die Taliban ihr Ultimatum verlängert. Wann die neue Frist abläuft, sagte er nicht.

Nach Angaben des Polizeichefs von Ghasni wurde weiter mit den Geiselnehmern über eine Freilassung verhandelt. Zur Verlängerung der Frist kam es nach Einschätzung afghanischer Unterhändler wegen Differenzen unter den Entführern: Eine Gruppe verlange Geld, eine andere die Freilassung von Gesinnungsgenossen aus afghanischer Haft. Die Rebellen wollten sich nach einer Einigung untereinander wieder melden.

Unterdessen wollte der Sicherheitsberater des südkoreanischen Präsidenten Roh Moo-hyun, Baek Jong-chun, am Freitag den afghanischen Präsidenten Karzai treffen. Baek war am Donnerstag nach Afghanistan gereist, um die Bemühungen um eine Rückkehr der übrigen Entführten voranzutreiben. Auch aus Regierungskreisen in Seoul hieß es, es würden weiter „Kontakte“ zu den Kidnappern gehalten.

Steinmeier: „Nicht aufgeben“

Die südkoreanische Regierung hatte am Donnerstag bestätigt, dass der 42 Jahre alte Pastor getötet wurde, der die am Donnerstag voriger Woche verschleppte Gruppe von Mitgliedern einer christlichen Freikirche geleitet hatte. Nach Angaben afghanischer Behörden wurde der mit Kugeln durchsiebte Leichnam der Geisel im Bezirk Kara Bagh in der Provinz Ghasni gefunden. Dort sollen die Entführten noch festgehalten werden.

Derweil warnte Außenminister Steinmeier (SPD) davor, die Verlängerung des deutschen Einsatzes in Afghanistan von der Entführung eines Ingenieurs abhängig zu machen. „Im Fall des entführten Deutschen arbeiten wir weiterhin im Krisenstab mit Hochdruck daran, seine Freilassung zu erreichen“, sagte Steinmeier der „Sächsischen Zeitung“. Trotz solch tragischer Erfahrungen dürfe nicht aufgegeben werden, „was in fünf Jahren Wiederaufbau zustande gekommen ist.“

Unterdessen gestaltet sich die Obduktion des in Afghanistan umgekommenen Deutschen anscheinend schwierig. Der Leichnam von Rüdiger D. wird seit Donnerstag im Institut für Rechtsmedizin in Köln untersucht. Das Auswärtige Amt will erst in der nächsten Woche die Todesursache bekannt geben. Der Direktor der Rechtsmedizin der Universität Heidelberg, Rainer Mattern, sagte am Freitag, die auf den Mann abgefeuerten Schüsse seien nicht eindeutig als Todesursache auszumachen.

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