15.04.2012 · Die ganze Nacht über waren in Kabul Schüsse und Explosionen zu hören. Auch andere Städte Afghanistans wurden von der Angriffsserie erschüttert, die die Taliban als „Beginn einer Frühjahrsoffensive“ bezeichneten. Erst am Montagmorgen endeten die Kämpfe.
Richtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Selbstverständlich wäre es Hightech-Nationen theoretisch
möglich, so ein extrem unterentwickeltes Land wie Afghanistan in
die Knie zu zwingen - mit gigantischen Mengen an Menschen und Material
und gigantischen Mengen an Toten in der Bevölkerung und auf der
eigenen Seite. Danach müsste in jedem Kaff eine Kommandantur der
Besatzer eingerichtet werden, die alles unter Kontrolle hält. In
der Folge würde es vermutlich zum Partisanenkrieg kommen, den
demokratische, ethischen Werten verpflichtete Nationen nicht gewinnen
können.
.
Zudem kämpfen in Afghanistan unberechenbare Fanatiker, während
unsere Soldaten wissen, dass sie in Wahrheit dort nichts zu suchen
haben, und dass sie nicht gewinnen können. Ich kann keinem Soldaten
verdenken, wenn in einem solchen sinnlosen Einsatz, den einzig und
allein Politiker gewollt und zu verantworten haben, seine Motivation
gegen Null tendiert.
Die Kommentare in der deutschen Presse kann man sich jetzt schon denken: Taliban siegen gegen die USA. Die klammheimlich Freude darüber wird schamlos gezeigt. Dabei haben die Taliban nicht gewonnen. Denn die USA haben nicht Krieg geführt, sondern den Einsatz von Kampftruppen mit Heilsarmeegrundsätzen geleitet wie übrigens ähnlich schon in Vietnam. Einen richtigen Krieg hätten die Taliban verloren. Das sagt übrigens auch schon Latour. Nur wäre der rücksichtslos geführt worden. Da stünde in Afghanistan keine Moschee mehr, in Islamabad wäre Ruhe und der Nachschub käme über Indien. So muss man sich jetzt die - vollkommen verständlichen - Jubelgesänge der Taliban anhören und die peinlichen Siegesberichte ihrer europäischen Unterstützer, die für die Folgen dieses Sieges wie weiland in Kambodscha natürlich keine Verantwortung tragen wollen. Auch an diesem Punkt ist es wie in Vietnam.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.04.2012 13:21 UhrDanke! Mal eine realistische Sicht.
Entweder man führt Krieg oder eben nicht. Es gibt nichts dazwischen.
Im übrigen bin ich nicht der Ansicht, "wir" hätten
dort was zu suchen oder verloren. Daher würde ich es sehr
begrüßen, wenn auch alle Geldflüsse ohne Gegenleistung
aufhören würden.
Das soll zeigen zu was die Taliban faehig und willig ist. Ich befuerchte, dass das nur ein kleiner Vorgeschmack, was die Zukunft uns bescheren wird. Wenn die westlichen Trupen wirklich in 2o14 abziehen werden, muessen sie ein oder zwei Jahre spaeter wieder zurueck nach Afghanistan. Nur wie es dann den Menschen sagen?
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.04.2012 22:32 UhrZurück?
Werter Herr Bujtor,
wieso sollten die Alliierten nach Afghanistan zurückkehren? Die
Bevölkerung hat die Taliban mehr oder weniger offen gedeckt. Also
bekommt sie jetzt die Rechnung. Dann sieht man wenigstens, was es
bedeutet, wenn der Islam herrscht. Im Falle terroristischer
Anschläge aus dem Land heraus, bleiben immer noch die Maschinen der
strategischen US-Air Force, die gezielt und ohne übertriebene
Rücksicht von Diego Garcia aus gegen die Taliban Krieg führen
werden.
Wolfgang Hebold
Meinen sie wirklich es gäbe prinzipiell lernfähige
Militärs?
Noch dazu in einem Land, in dem jemand "Verteidigungs"minister
werden kann, sagen am Hundikusch würde unsere Freiheir verteidigt,
und auch danach immer noch "Verteidigungs"minister bleiben darf?
Die deutsche Politik also von den Bürgern selbst gewählte
Politiker, ist Schuld am Tode unzähliger Zivilisten.
Völlig überflüssigerweise. Leider werden solche
verbrechen nie geahndet....
Das Scheitern ins programmiert
Die Briten sind einst gescheitert. Sie waren weit von Afgahnistan entfernt. Der Sowjetunion erging es genauso. Sie hatte eine direkte Grenze zu Afghanistan. Wie dumm müssen westliche Politiker sein, die glauben, sie könnten es besser machen. Die Angriffe der Taliban sind nur Nadelstiche, wie es anfangs die der Vietkong gegen Südvietnam und die USA waren. Deutschland werde am Hindukusch verteidigt, erklärte einst Verteidigungsminister Struck. Eine Aussage wider besseren Wissens. Und die nachfolgenden deutschen Politiker sind nicht einen Deut besser. Einige westliche Staaten haben sich schon aus Afghanistan verabschiedet. Wir werden durch unsere Präsenz weder den Terrorismus erfolgreich bekämpfen, noch andere essentiell wichtige Erfolge erzielen. Wann wird die deutsche Politik einsehen, welchen Irrweg sie und ihre Verbündeten sie verblendet beschreiten. Afghanistan wird niemals zu befrieden sein.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.04.2012 13:14 UhrSie laden auch hier wieder die Schuld bei den Politikern, Beispiel Struck, ab. Was zum Teil
auch richtig ist. Nur, Sie vergessen, das diese Politiker und
zugehörige Parteien vom Wähler gewählt und zu diesem
Handeln legitimiert werden. In einer Demokratie bestimmt noch immer der
Wähler die Richtung. Wenn der Wähler mit "der
Politik" nicht einverstanden wäre, würde er die doch
abwählen. Oder liege ich da falsch und versteh was nicht? Nicht
immer die Schuld bei anderen suchen.
Und in Afghanistan wird nicht der Terrorismus bekämpft, sondern der
real existierende Islam. Dort bekämpft man die Auswirkungen
desselben und hier implantiert man ihn. Einfach krank!
Taliban heißt Koranschüler und diese Leute tun nur, was ihnen
im Koran aufgetragen wird.
Exakt so ist es,
und "Strucki" genießt als Polit-Rentner seine
üppige Pension (wie viele andere der Entscheider auch),
während unsere Soldaten tot sind.
Es gibt Zeiten in der deutschen Geschichte, bei deren
nachträglicher Wertung man mit den verantwortlichen Personen
weniger zimperlich umgeht...
Der Westen hat in Afganistan nichts zu suchen. Schon garnicht braucht der Westen seine dämliche Demokratie dort versuchen einzuführen. Die Westlichen Soldaten sind zu verweichlicht und haben keine Chance gegen die Taliban. Wer nicht hören will muss fühlen.
Wie 1968 in Vietnam die Vietcong können die Taliban den Rückzug der gescheiterten Westmächte beschleunigen. Welch eine vorhersehbare Schmach. Man hätte nur Scholl-Latour zu lesen brauchen.