09.04.2008 · Die von Hillary Clinton und Barack Obama erhobene Forderung, Amerikas Truppen rasch aus dem Irak abzuziehen, wird der instabilen Lage dort nicht gerecht. Denn das käme einer Einladung an Iran gleich, das so entstehende Machtvakuum zu füllen.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerMan kann es den Demokraten Clinton und Obama nicht verdenken, dass sie an der Irak-Politik des Präsidenten kein gutes Haar lassen – Frau Clinton allerdings nur, wenn man ihre Gedächtnislücke gelten lässt. Aber die – gewiss populäre – Forderung, die amerikanischen Truppen mehr oder weniger rasch aus dem Land zurückzuziehen, wird der instabilen, unübersichtlichen Lage dort nicht gerecht.
Würde sie erfüllt, würde das Chaos wieder größer, die Konsequenzen für die Region wären gravierend – man sollte meinen: abschreckend gravierend. Im Falle eines Abzugs vor der Zeit würden die Schiiten sich den Iranern an den Hals werfen. Abzuziehen, bevor ein Minimum an Stabilität herrscht, käme einer Einladung an Iran gleich, das so entstehende Machtvakuum zu füllen.
Weder den Vereinigten Staaten noch ihren regionalen Verbündeten kann daran gelegen sein. Aber immerhin: Im Herbst haben die Amerikaner auch hier wirklich eine Wahl. Der Republikaner McCain erinnert seine Landsleute an ihre politische und moralische Verantwortung für den Irak. Aber führt der Weg ins Weiße Haus wirklich über Bagdad?
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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