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Abgeschossenes Kampfflugzeug : Putin droht mit „ernsten Konsequenzen“

  • Aktualisiert am

Putin am Dienstag in Sotschi. Bild: AP

„Helfershelfer von Terroristen“: Russlands Präsident hat die Türkei nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs heftig kritisiert. Die Nato hat ein Sondertreffen anberaumt.

          Der russische Präsident, Wladimir Putin, droht der Türkei wegen des Abschusses eines russischen Kampfflugzeugs im Grenzgebiet zu Syrien ernsthafte Konsequenzen an. Die russischen Piloten schonten sich im Kampf gegen den Terror nicht, sagte Putin am Dienstag live im russischen Fernsehen. „Doch der heutige Verlust ist ein Stoß in den Rücken, begangen von Helfershelfern von Terroristen“, sagte Putin in Sotschi. Zugleich warnte Putin, der Vorfall werde „ernste Konsequenzen“ für die Beziehungen zwischen Moskau und Ankara haben.

          Das russische Flugzeug Su-24 habe bei seinem Kampfeinsatz gegen Terroristen in Syrien keine Gefahr für die Türkei dargestellt. Es sei von einem türkischen Kampflugzeug einen Kilometer innerhalb syrischen Luftraums getroffen worden. Die Absturzstelle liege vier Kilometer innerhalb Syriens.

          „Das tragische Ereignis wird ernsthafte Auswirkungen auf die russisch-türkischen Beziehungen haben“, sagte Putin. „Wir werden niemals dulden, dass solche Verbrechen wie das heutige begangen werden.“ Nach dem Abschuss habe sich die Türkei nicht etwa an Russland gewandt, sondern eine Sondersitzung der Nato einberufen.

          Mit diesem Radarbild will die Türkei beweisen, dass das russische Flugzeug türkischen Luftraum verletzt hat.

          Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu verteidigte den Abschuss. Die Türkei habe wiederholt vor der Verletzung ihrer Grenzen in der Luft und am Boden gewarnt, sagte Davutoglu am Dienstag in Ankara. Diese Grenzen zu schützen sei „sowohl unser internationales Recht als auch unsere nationale Pflicht“. Die Türkei sei dafür „zu jeder Art von Aufopferung und Maßnahme bereit“. In diesem Kontext müsse man auch die Reaktion der Streitkräfte auf die Luftraumverletzung durch Russland am Dienstag sehen.

          Die Türkei wird ihre Nato-Partner noch an diesem Dienstag über die Hintergründe des Abschusses informieren. Ein Treffen der Botschafter sei für 17 Uhr angesetzt worden, sagte eine Sprecherin der Allianz. Das türkische Außenministerium bestellte nach Angaben eines Regierungsvertreters wegen des Vorfalls den russischen Gesandten ein. In der türkischen Regierung hieß es, mit dem Abschuss sei das Staatsgebiet verteidigt worden. Die Aktion habe sich nicht gegen ein bestimmtes Land gerichtet.

          Türkische Jets hatten nach Angaben der Regierung in Ankara nahe der Grenze zu Syrien ein russisches Kampfflugzeug abgeschossen. Die türkischen Streitkräfte teilten mit, ein Flugzeug unbekannter Herkunft habe den türkischen Luftraum verletzt und zehn Warnungen innerhalb von fünf Minuten ignoriert. Zwei türkische F-16-Kampfflugzeuge hätten das fremde Flugzeug den Einsatzregeln entsprechend am Morgen in der Grenzregion Hatay abgeschossen.

          Das  amerikanische Militär bestätigte die Darstellung des Nato-Verbündeten. Das türkische Militär habe den russischen Bomber zehn Mal wegen der Verletzung des türkischen Luftraums gewarnt und keine Antwort bekommen, sagte Pentagon-Sprecher Steve Warren. Das amerikanische Militär habe die Kommunikation über Funk mitverfolgen können. „Wir konnten alles hören, was passiert ist“, sagte Warren.

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