http://www.faz.net/-gpf-90w9a

Abend nach dem Attentat : Zusammenstöße zwischen Rechten und Linken in Barcelona

  • Aktualisiert am

Mitglieder der Identitären Bewegung am Freitagabend in Barcelona. Bild: AP

Einen Tag nach dem Terroranschlag in Barcelona versuchen rechte und linke Demonstranten die Deutungshoheit über das Attentat zu gewinnen. Auf dem Boulevard Las Ramblas kommt es zu einer Prügelei – und einer kurzen Panik.

          Einen Tag nach der Terrorattacke von Barcelona ist es am Rande des Ramblas-Boulevards zu Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Demonstranten gekommen. Nach Berichten spanischer Medien schritt die katalanische Polizei am Freitag ein, um die Gruppen voneinander zu trennen. Wie die Agentur Europa Press meldete, demonstrierten etwa 20 Rechte unweit der Ramblas. Ihnen stellten sich knapp 200 linke Gegendemonstranten mit Rufen wie „Nein, nein, Nazis nein“ in den Weg. Es kam zu handgreiflichen Auseinandersetzungen, bevor die Polizei einschritt.

          Am oberen Ende der Ramblas tauchten am Abend Demonstranten auf, die Flaggen mit dem Symbol der Identitären Bewegung, mit Sankt-Georgs-Kreuzen sowie Transparenten mit Aufschriften wie „Defend Europe“ und „Stop Islamization of Europe“ trugen. Eine Menschenmenge stellte sich ihnen entgegen und rief lautstark „Faschisten raus aus unseren Stadtvierteln!“. Einige skandierten auch „No pasarán“ („Sie werden nicht durchkommen), den Slogan der Republikaner aus dem spanischen Bürgerkrieg (1936-1939). Andere hielten Regenbogenbanner.

          Schließlich zogen sich die Identitären unter Triumphgejohle der Menge wieder zurück. „Was gestern in Barcelona passiert ist, war ein Akt des Hasses. Aber dies ist der gleiche Hass“, sagte der Bankangestellte Eduard Sánchez der Deutschen Presse-Agentur. Auf den Ramblas hatte ein Attentäter am Donnerstag mit einem Kleintransporter mindestens 13 Menschen getötet. Wegen der verschiedenen Demonstrationen am Ort des Terroranschlags von Barcelona konnte der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel dort nicht der Toten gedenken. Er und der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian wollten auf den Ramblas am Freitagabend Blumen niederlegen.

          Das spanische Fernsehen berichtete, es sei am Freitag auf den Ramblas zu kurzen Panikmomenten gekommen. Menschen rannten plötzlich in Schrecken den Boulevard herunter. Die Angst erwies sich als unbegründet.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die Bargeld-Entgelte sind bei vielen Banken inzwischen deutlich gestiegen.

          Bargeld-Entgelte : 4 Euro für Bargeld am Bankautomaten

          Sieben Jahre ist es her, dass das Bundeskartellamt die übertrieben hohen Bargeld-Entgelte an den Geldautomaten bemängelt hatte und eine Pflicht eingeführt wurde, die Kosten für den Kunden bei jeder Abhebung anzuzeigen. Und was ist seither passiert?

          Italien und die Migranten : Hafenverbot für EU-Rettungsmission

          Italiens Regierung will künftig auch Schiffen von offiziellen EU-Rettungsmissionen im Mittelmeer verwehren, in italienische Häfen einzulaufen. Bislang galt das Anlegeverbot nur für private Seenotretter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.