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60 Jahre Israel Bomben im Morgengrauen

06.05.2008 ·  Aus Furcht vor Übergriffen der britischen Mandatsmacht fand die Gründungsfeier Israels im Mai 1948 in kleinem Rahmen statt. Sechzig Jahre später reiht sich eine große Feier an die nächste.

Von Hans-Christian Rößler
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Große Feierlichkeiten gab es im Mai vor sechzig Jahren nicht. Die kleine Zeremonie am 14. Mai 1948 im Tel Aviver Dizengoff-Museum sollte kein Aufsehen erregen. Man fürchtete, die britische Mandatsmacht könnte in letzter Minute einschreiten.

Aber David Ben Gurion konnte ungehindert unter dem Porträt des bärtigen Theodor Herzl die Gründungsurkunde des Staates Israel verlesen. Ein halbes Jahrhundert zuvor hatte der Wiener Journalist die Idee eines „Judenstaats“ vorgestellt. Ohne sie wäre es wohl nicht zu dessen Proklamation vor sechzig Jahren gekommen.

Schnelle Anerkennung durch die Vereinigten Staaten

Nur wenige Stunden später erkannte schon der amerikanische Präsident Truman den neuen Staat an, die Sowjetunion folgte kurz darauf. Um Mitternacht bestieg der letzte britische Hochkommissar in Haifa ein Schiff, das Palästina-Mandat Londons war mit seiner Abreise erloschen. Im Morgengrauen schlugen die ersten ägyptischen Bomben in Tel Aviv ein. Syrien, Jordanien, der Libanon und der Irak eröffneten den Krieg gegen den wenige Stunden alten Staat, der für sechs Millionen Juden, die zuvor in Europa umgekommen waren, dennoch zu spät kam.

Mit einer Flugschau und einer Parade von Marinebooten demonstrierte Israel am Unabhängigkeitstag 60 Jahre nach der Staatsgründung auch seine militärische Macht.

Wegen des jüdischen Kalenders erreichen die Feiern anlässlich der Staatsgründung schon in der Woche vor dem 14. Mai ihren Höhepunkt - nachdem seit Jahresbeginn schon in vielen Veranstaltungen auf der ganzen Welt an das Jubiläum erinnert worden war, das unter dem Motto „Kinder Israels“ steht.

Bush kommt am 13. Mai

Am 8. Mai begehen die Israelis zunächst den „Tag der Erinnerung an die Gefallenen der Kriege Israels“: Auf dem Herzl-Berg in Jerusalem und an anderen Orten wird derjenigen gedacht, die in den zahlreichen Kriegen umgekommen sind. Aber man erinnert auch an die getöteten Untergrundkämpfer und an die Menschen, die ihr Leben verloren, als sie versuchten, illegal nach Israel zu gelangen.

Am Abend des 8. Mai leitet dann eine große audiovisuelle Show mit dem Titel „Der Himmel über Israel“ zum Unabhängigkeitstag am 9. Mai über. An diesem Tag werden Streitkräfte eine Truppenschau veranstalten. Am Freitag sind dann junge Israelis zu einer Geburtstagsparty in den Yarkon-Park in Tel Aviv eingeladen. Am 13. Mai wird der amerikanische Präsident Bush in Israel erwartet, der dem Land schon zum zweiten Mal in diesem Jahr einen Besuch abstattet. Am 14. Mai hat Staatspräsident Peres alle Israelis in seine Residenz eingeladen, die an diesem Tag vor sechzig Jahren geboren worden waren.

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