Die Vereinigten Staaten von Amerika haben am Wochenende den zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 begangen. Zudem fanden in aller Welt Gedenkveranstaltungen und Gottesdienste für die fast 3000 Opfer der Attentate in New York und Washington statt.
Am Ort der Anschläge auf die Zwillingstürme des World Trade Centers im Süden Manhattans nahmen Präsident Barack Obama und „First Lady“ Michelle sowie der frühere Präsident George W. Bush und seine Frau Laura an der offiziellen Eröffnung der Gedenkstätte an Ground Zero teil. Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg eröffnete die Veranstaltung, die zum Zeitpunkt der Einschläge der von Terroristen entführten Passagierflugzeuge in die Türme des World Trade Centers um 8.46 und 9.03 Uhr jeweils für eine Schweigeminute unterbrochen wurde. Obama verlas Verse aus Psalm 46, rezitierte einen Brief Abraham Lincolns, in welchem der Bürgerkriegspräsident einer Mutter, die fünf Söhne in dem Krieg verloren hatte, sein Mitgefühl ausdrückte. Im Lauf der Gedenkveranstaltung, während der wie bei jeder Veranstaltung an Ground Zero zum Jahrestag der Anschläge die Namen aller Opfer verlesen wurden, konnten Hinterbliebene erstmals die Gedenkstätte besuchen.
Gedenkveranstaltung am Pentagon
Die Gedenkstätte, die an diesem Montag für die Allgemeinheit zugänglich gemacht wird, besteht aus zwei Granitbecken, die in die viereckigen Fundamente der eingestürzten Zwillingstürme eingelassen sind und an deren Seitenwänden sich Wasserfälle ergießen. Auf Bronzeplatten sind die Namen der bei den Anschlägen Getöteten eingraviert.
Auf der Gedenkveranstaltung am Pentagon in Washington erinnerten Vizepräsident Joseph Biden, Verteidigungsminister Leon Panetta und der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, Admiral Michael Mullen, an die Toten des Anschlags auf Washington. Zum Zeitpunkt des Einschlags des entführten Flugzeuges um 9.37 Uhr in die Westfront des Gebäudes wurde auch die Gedenkveranstaltung am Pentagon durch eine Schweigeminute unterbrochen. Panetta verwies auf die hohen menschlichen Kosten der Kriege in Afghanistan und im Irak. Mehr als 6.200 Angehörige der amerikanischen Streitkräfte seien gefallen.
Auch der Präsident und seine Frau besuchten am späten Nachmittag das Pentagon ud legten dort einen Kranz nieder. Zuvor waren sie zur Gedenkstätte in Shanksville in Pennsylvania geflogen, wo am 11. September 2001 das vierte entführte Flugzeug in ein Feld gestürzt war.
Das Flugzeug befand sich im Anflug auf Washington, wo es die Luftpiraten vermutlich in das Kapitol zum Absturz bringen wollten. Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord des Flugzeugs, die über ihre Mobiltelefone von den Anschlägen in New York und Washington erfahren hatten, versuchten in das Cockpit einzudringen und die Luftpiraten zu überwältigen, worauf die Entführer das Flugzeug weit vor ihrem geplanten Angriffsziel zum Absturz brachten.
Obama sagte beim „Konzert für Hoffnung“ in Washington, Amerika sei stärker geworden. Es habe sich viel verändert, nicht jedoch der Glaube der Amerikaner an Gott und die Charakterstärke der Nation. Zwei Millionen Amerikaner seien in den Krieg gezogen, alle freiwillig, um ihrem Land zu dienen..
„Das Böse ist real - aber der Mut auch“
Auch die ehemaligen Präsidenten George W. Bush und Bill Clinton sowie Vizepräsident Biden nahmen am Samstag in Shanksville an der Eröffnung der Gedenkstätte für die 40 Passagiere und Besatzungsmitglieder des vierten entführten Flugzeuges teil. Sie hätten die Hauptstadt Washington vor einem weiteren Anschlag bewahrt, sagte Clinton bei der Einweihung des Denkmals. Bush sagte, eine wichtige Lehre aus den Anschlägen von vor zehn Jahren sei, „dass das Böse real ist - aber der Mut auch“. Die Passagiere des Fluges „United 93“ hätten „die erste Gegenoffensive im Krieg gegen den Terrorismus“ begonnen.
Ebenfalls am Samstag besuchten Obama und seine Frau den Nationalfriedhof von Arlington nahe Washington. Nach einem Gang über Sektion 60, wo Hunderte von im Irak und in Afghanistan gefallenen Soldaten begraben sind, versicherte der Präsident, Amerika werde sich vom Terror nicht brechen lassen. In seiner wöchentlichen Rundfunkansprache sagte er: „Wir werden das Land, das wir lieben, schützen und es sicherer, stärker und wohlhabender an die nächste Generation übergeben.“ Zehn Jahre nach „9/11“ sei Amerika stark, das Terrornetz Al Qaida aber sei „auf dem Weg zur Niederlage“.
