04.01.2012 · Die Zeit der Zurückhaltung ist vorbei: Bei einem Scheitern der Syrien-Mission der Arabischen Liga will die syrische Rebellenarmee den militärischen Druck auf Assads Armee massiv verstärken.
Von Wolfgang Günter LerchDie Beobachtermission der Arabischen Liga ist noch nicht gescheitert, steht aber kurz davor. Das Assad-Regime hat die erwarteten Tricks angewandt, um nach außen guten Willen zu zeigen, in Wirklichkeit aber das Heft bei der Bekämpfung der Opposition in Händen zu behalten. Soldaten wurden zu Polizisten, Fahrzeuge kurzerhand umgestrichen; etliche neuralgische Punkte der Gewalt konnten gar nicht aufgesucht werden. Mehr als einen psychologischen Effekt haben die Beobachter offenkundig nicht bewirkt. Am Wochenende will die Liga in Kairo nun darüber debattieren, wie man – etwa durch Vergrößerung der Beobachter-Gruppe – die Mission wirkungsvoller machen könne. Von der Türkei aus hat der Führer der „Freien Syrischen Armee“ wissen lassen, falls die Liga nicht bald sichtbare Erfolge erringe, würden andere Saiten aufgezogen: Aus dieser Drohung kann man nur schließen, dass die Aufständischen bei einem Scheitern der Mission den militärischen Druck massiv verstärken wollen. Der „Syrische Nationalrat“ hingegen äußerte sich zurückhaltender. Er gibt der Liga noch eine Chance.