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Aufstand gegen Assad Nasrallah warnt syrische Opposition

 ·  Der Machtkampf in Syrien bedroht zunehmend die Nachbarländer. Hizbullah-Generalsekretär Nasrallah warnt vor einem Sturz Assads, Israels Verteidigungsminister Barak spricht vom „verzweifelten Schritt eines Führers“.

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Die Arabische Liga wird ihre Sanktionen gegen Syrien nicht aussetzen. Generalsekretär Nabil al Arabi sagte am Dienstag, dass die Führung um Präsident Baschar al Assad in Damaskus selbst dann nicht mit einer Lockerung der Strafmaßnahmen rechnen könne, wenn sie der Entsendung von Menschenrechtsbeobachtern zustimme. Syriens Außenminister Walid al Muallim hatte dem der staaltichen syrischen Nachrichtenagentur Sana zufolge in einem Brief zugestimmt, allerdings unter der Voraussetzung, dass der Ausschluss seines Landes aus der Organisation aufgehoben und das Reiseverbot gegen syrische Offizielle zurückgenommen werde. Die Sanktionen waren am Wochenende beschlossen worden. Russland begrüßte am Dienstag das Vorgehen Muallims.

Menschenrechtler berichteten unterdessen von einem Massaker in der mittelsyrischen Stadt Homs. Nach Angaben der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter seien in einem vorwiegend von Alawiten bewohnten Viertel 34 Leichen gefunden worden. Bei den Getöteten soll es sich um sunnitische Zivilisten handeln, die zuvor von Angehörigen der regierungstreuen Schabiha-Miliz verschleppt und danach exekutiert worden seien. Sana meldete, Armeeeinheiten hätten am Vortag in Homs lediglich drei „Terroristen“ getötet. Nach Angaben des Fernsehsenders al Arabija wurden bei Gefechten in der Hochburg der syrischen Opposition am Dienstag 16 Menschen getötet.

Sana zufolge gelang es Grenzpolizisten, das Eindringen einer „Terroristengruppe“ aus der Türkei zu verhindern. Der selbst ernannte Führer der „Freien Syrischen Armee“, Riad al Asaad, hat dort mit Wissen der türkischen Regierung seit dem Herbst Unterschlupf gefunden. Vergangene Woche traf er mit dem Vorsitzenden des Syrischen Nationalrats, Burhan Ghalioun zusammen, um über das weitere Vorgehen der syrischen Opposition zu beraten.

Seit Beginn der Proteste gegen das Regime Assads sind mehr als 4000 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch Hunderte Sicherheitskräfte. Die Vereinten Nationen haben bereits vor der Gefahr eines Bürgerkriegs gewarnt. Zuletzt mehrten sich Berichte über konfessionell motivierte Gewalt sunnitischer Extremisten gegen Vertreter des von Alawiten dominierten Regimes. Neun Monate nach Beginn des Aufstands gegen Assad droht zudem eine Ausweitung des Konflikts auf die Nachbarstaaten. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak bezeichnete die Abhaltung von Manövern durch die syrische Armee am Wochenende als „verzweifelten Schritt eines Führers, dessen Tage gezählt sind“.

Am Dienstag warnte auch Hizbullah-Generalsekretär Hassan Nasrallah die syrische Oppostion vor einem Sturz Assads. In einer Rede in Beirut sagte der libanesische Schiitenführer, die Proteste dienten den Interessen der Vereinigten Staaten im Mittleren Osten. Den Vorsitzenden des Syrischen Nationalrats, Ghalioun, kritisierte Nasrallah für seine Ankündigung, die Verbindungen zur Hizbullah und zu Iran zu kappen, sollte er an die Macht gelangen. Neben Iran ist die Hizbullah der wichtigste regionale Verbündete Assads. Vergangene Woche waren erstmals seit 2009 wieder Raketen aus dem von der Hizbullah kontrollierten Südlibanon in Israel eingeschlagen.
 

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Jahrgang 1971, Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Kairo.

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