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Attentäter von Wolgograd : Anschlagsdrohungen vor Winterspielen in Sotschi

  • Aktualisiert am

Im russischen Schwarzmeerkurort Sotschi finden 2014 die Olympischen Winterspiele statt. Bild: dpa

Radikale Islamisten haben sich zu dem Doppelanschlag im russischen Wolgograd bekannt. In einem Video drohen die Extremisten zugleich mit neuen Angriffen auf die Olympischen Winterspiele in Sotschi.

          Vor den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi sind im Internet neue Anschlagsdrohungen aufgetaucht. Auf einem bekannten Dschihadistenforum wurde ein Video der Terrorgruppe „Ansar Al-Sunna“ veröffentlicht, auf dem die beiden mutmaßlichen Attentäter von Wolgograd mit Anschlägen auf die Sportveranstaltung am Hang des Kaukasus warnen, wie das auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte amerikanische Unternehmen SITE am Sonntag mitteilte. Demnach handelt es sich bei den Männern um die Selbstmordattentäter, die im Dezember die blutigen Angriffe in der südrussischen Stadt Wolgograd verübten.

          „Wir haben ein Geschenk für Euch und alle Touristen vorbereitet, die herüberkommen“, heißt es laut SITE in dem Video. „Wenn Ihr die Olympischen Spiele abhaltet, werdet Ihr ein Geschenk von uns bekommen für das Blut der Muslime, das vergossen wurde.“

          Der amerikanische Abgeordnete Michael McCaul wertete die Bedrohung als ernst. „Sie rufen im Grunde zu Angriffen auf die Olympischen Spiele auf. Ich glaube wir werden Versuche in diesem Sinne sehen“, sagte der Republikaner, der sich derzeit in Moskau auf, dem Fernsehsender ABC.

          Bereits im Sommer hatte der islamistische Rebellenführer Doku Umarow damit gedroht, die Spiele „mit allen Mitteln“ zu verhindern. Diese Drohung erhielt neue Brisanz durch die Anschläge in Wolgograd. Bei den beiden Selbstmordangriffen vor dem Bahnhof und in einem Bus der Großstadt 700 Kilometer nordöstlich von Sotschi waren Ende Dezember insgesamt 34 Menschen getötet worden. Der Nordkaukasus ist seit dem Bürgerkrieg in Tschetschenien eine Hochburg islamistischer Rebellengruppen.

          DOSB-Präsident Alfons Hörmann vertraut derweil dem Sicherheitskonzept von Kremlchef Wladimir Putin für die Spiele in Sotschi. „Wir verlassen uns drauf, dass Putin seine Zusagen der letzten Tage und Wochen wahr macht und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen organisiert. Am Ende ist es Aufgabe der Gastgeber, die Dinge klar und deutlich zu regeln“, sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Montag in Erding bei der Einkleidung der deutschen Mannschaft für die Winterspiele. Auch im deutschen Lager werden Vorkehrungen getroffen. „Wir haben in unserem Team klar abgesprochen, dass das Thema Sicherheit diesmal noch mehr Gewicht erhalten wird“, sagte Hörmann.

          Die Olympischen Spiele finden vom 7. bis zum 23. Februar statt, anschließend werden in Sotschi vom 7. bis zum 16. März die Paralympics abgehalten. Für die Gesamtdauer der Spiele wurden verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in Kraft gesetzt. Insgesamt sollen rund 37.000 Polizisten und Soldaten das Sportereignis absichern. Die Spiele sind das größte internationale Ereignis in Russland seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 und liegen besonders Präsident Wladimir Putin am Herzen.

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