01.03.2010 · Obama kann es sich nicht leisten, mit seiner Vision von einer Welt ohne Atomwaffen als naiv dazustehen. Solange es Nuklearwaffen gibt, muss er der Wirklichkeit Rechnung tragen.
Von Horst BaciaDer Präsident der Vereinigten Staaten kann es sich nicht leisten, mit seiner Vision von einer Welt ohne Atomwaffen als naiv dazustehen. Obama selbst hat zugegeben, dass dieses Ziel zu seinen Lebzeiten möglicherweise nicht erreicht werden wird.
Solange es Nuklearwaffen gibt - und die Zahl der Staaten, die über sie verfügen, noch zunimmt -, muss er der Wirklichkeit Rechnung tragen. Washington und Moskau verhandeln zurzeit über eine weitere Verringerung ihrer strategischen Arsenale.
Zweifellos haben beide Seiten vorher genau geprüft, wie viele Systeme nötig sind, um unter heutigen Bedingungen die nukleare Abschreckung aufrechtzuerhalten. Viele zum Teil schon deaktivierte Bomben und Raketen können aber endgültig zerstört werden - wie die demnächst zu veröffentlichende "Nuclear Posture Review" es offenbar vorsieht.
Die Regierung Obama will keine neuen Atomwaffen entwickeln und das Teststoppabkommen ratifizieren lassen. Dem Vertrag mit Russland muss der Senat mit einer Zweidrittelmehrheit zustimmen. Schon deshalb ist eine realistische Sicht geboten.