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Atomstreit Iran will schnell wieder Uran verarbeiten

10.05.2005 ·  Der Iran hat angekündigt, innerhalb der nächsten Tage die Verarbeitung von Uran wieder aufzunehmen. Ein möglicher Rückschlag in den Verhandlungen Europas um die Einstellung des iranischen Atomprogramms - und ein Fall für den UN-Sicherheitsrat.

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Der Iran hat angekündigt, „in den kommenden Tagen“ einige ausgesetzte nukleare Aktivitäten wieder aufzunehmen. „Wir werden in den nächsten Tagen die Konversion von Uran in den Anlagen von Isfahan wieder aufnehmen“, sagte der iranische Verhandlungsführer in den Gesprächen mit der EU, Mohammed Saidi, in Teheran. Die Maßnahme betreffe Aktivitäten, die zuvor ausgesetzt worden seien. In Isfahan wird Uran für die spätere Anreicherung umgewandelt. Angereichertes Uran kann sowohl für die friedliche Kernenergie genutzt werden als auch für die Herstellung von Atombomben.

„Wenn die Europäer unsere Vorschläge nicht ernst nehmen, werden wir unsere Aktivitäten wieder aufnehmen“, sagte Saidi. „Aber zunächst wird die Wiederaufnahme nur die Anlagen zur Konversion betreffen.“ Der Iran beherrsche die Nukleartechnologie und könne in zwei Jahren die Kernenergie beherrschen. An diesem Dienstag befaßt sich auch der EU-Rußland-Gipfel mit dem Iran.

Sanktionen der UN denkbar

In EU-Diplomatenkreisen hieß es, eine Wiederaufnahme des Programms in Isfahan könne zu Problemen bei den Verhandlungen führen. Bereits am Sonntag hatte der Iran generell die Wiederaufnahme seiner Uranverarbeitung angekündigt. Die Europäische Union (EU) und die Vereinigten Staaten wollten in diesem Fall den UN-Sicherheitsrat anrufen. Dieser könnte dann Sanktionen gegen den Iran verhängen. Insbesondere Amerika wirft dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist dies zurück und will nach eigenen Angaben ihre Atomtechnik nur friedlich nutzen. Deutschland, Großbritannien und Frankreich versuchen im Namen der EU, den Iran zur Einstellung seiner Uran-Anreicherung zu bewegen. Eine Einigung ist bislang nicht erzielt worden. Die iranische Regierung hatte jedoch zugestimmt, die Uran-Anreicherung und -Verarbeitung für die Dauer der Verhandlungen auszusetzen.

Im November vergangenen Jahres hatte sich der Iran bereit erklärt, für die Dauer der Verhandlungen über sein Atomprogramm mit der EU-Troika Deutschland, Frankreich und Großbritannien Aktivitäten zur Urananreicherung auszusetzen. Zuletzt hatte sich die Führung in Teheran allerdings unzufrieden mit den Verhandlungen gezeigt. Die EU-Troika will dem Iran einen kompletten Verzicht auf die Anreicherung von Uran abringen. Im Gegenzug bietet sie die Kooperation in den Bereichen Technologie, Politik und Handel an.

Vor allem Washington verdächtigt Teheran, mit seinem Atomprogramm unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung militärische Ziele zu verfolgen. Der Iran gehört dem Atomwaffensperrvertrag an und hat sich damit verpflichtet, die Atomenergie nur zivil zu nutzen.

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