09.01.2003 · Bill Richardson, der unter Präsident Clinton UN-Botschafter war, will mit nordkoreanischen UN-Diplomaten Gespräche über den Konflikt um das Atomprogramm Pjönjangs führen.
Der frühere amerikanische UN-Botschafter Bill Richardson will mit nordkoreanischen UN-Diplomaten Gespräche über den Konflikt um das Atomprogramm des kommunistischen Staates führen.
Der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, bestätigte am Donnerstag, dass entsprechende Kontakte geplant seien, doch bestritt er, dass Richardson offiziell im Auftrag der amerikanischen Regierung handle. Der jetzige Gouverneur des Bundesstaats New Mexico sei von den Koreanern kontaktiert worden und habe daraufhin das Außenministerium in Washington informiert.
Washington ist gesprächsbereit
Der Nachrichtensender CNN hatte zuvor berichtet, der frühere UN-Botschafter unter Präsident Bill Clinton führe im Auftrag der amerikanischen Regierung Gespräche mit den nordkoreanischen Diplomaten. Washington hatte Anfang der Woche erklärt, man sei zu Gesprächen mit Nordkorea bereit, was von vielen Beobachtern als Richtungswechsel gewertet wurde.
Mit Südkorea will Nordkorea wieder auf Ministerebene sprechen. Als Termin und Ort habe Pjöngjang den 21. bis 24. Januar in der südkoreanischen Hauptstadt vorgeschlagen, wie das Vereinigungsministerium in Seoul am Donnerstag mitteilte (siehe Link).
China warnte unterdessen vor einer Eskalation in der Krise um die nordkoreanischen Nuklearambitionen. Nordkorea hatte im Dezember angekündigt, entgegen einem Abkommen mit den USA von 1994 seine stillgelegten Atomanlagen wieder in Betrieb zu nehmen. Diese Äußerungen hatten weltweit Besorgnis ausgelöst. Die USA befürchten, dass die Anlagen Nordkorea zur Herstellung von Atomwaffen dienen könnten.