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Atomstreit Ermittlungen gegen Deutsche wegen Irans Atomprogramm

12.02.2006 ·  In der Bundesrepublik wird gegen eine Gruppe von Deutschen ermittelt, die Iran bei der Beschaffung von Technologie zur Entwicklung von Atomwaffen geholfen haben sollen. Unterdessen ließ Iran vermelden, sich vorerst weiter an den Atomwaffensperrvertrag halten zu wollen.

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In der Bundesrepublik wird gegen eine Gruppe von Deutschen ermittelt, die Iran bei der Beschaffung von Technologie zur Entwicklung von Atomwaffen geholfen haben sollen. Die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke-Katrin Scheuten, bestätigte, ihre Behörde sei im Kontakt mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wegen deren Ermittlung in einem Fall der Verbreitung von Atomtechnologie, die ein Geheimdienst betreibe. Details nannte sie nicht.

Ein mit dem Fall vertrauter EU-Diplomat sagte, den etwa acht Deutschen werde vorgeworfen, sie hätten Irans Geheimdienst bei der Beschaffung atomarer Technologie geholfen, die westliche Staaten dem Land nicht liefern wollten. Gegen die Männer, die in Deutschland, Südafrika und der Schweiz lebten, würden Anklagen vorbereitet. Einige seien in Untersuchungshaft. Sie sollen Iran und Libyen geholfen haben, Zentrifugen und andere Atomtechnologie zu beschaffen.

Mitglied im „Khan-Netzwerk“

Mit Zentrifugen kann Uran für Atomkraftwerke oder -waffen angereichert werden. Die Europäische Union (EU), Amerika und andere Staaten verdächtigen Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Programms Atomwaffen zu entwickeln. Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten im Januar ihre Gespräche mit Iran über eine Lösung des Streits ausgesetzt, da das Verhalten des islamischen Gottesstaates ihnen die Grundlage entzogen habe. Die iranische Regierung hatte die Forschung an atomaren Techniken entgegen früheren Zusagen wieder aufgenommen. Das Thema soll am 6. März im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) beraten werden.

Nach Angaben des Diplomaten haben die Verdächtigen Verbindungen zum so genannten „Khan-Netzwerk“, einem Schwarzmarkt für Atomtechnologie, der nach dem Vater der pakistanischen Atombombe, Abdul Kadir Khan, benannt ist. Der inzwischen in Ungnade gefallene Khan hat zugegeben, Nordkorea, Iran und Libyen mit geheimen Informationen über atomare Technologie versorgt zu haben. Die Beteiligung von Deutschen an dem Netzwerk war zwar bereits bekannt. Die Ermittlungen hätten aber Hinweise auf ein größeres Ausmaß deutscher Beteiligung gebracht, sagten Diplomaten.

Iran will sich an Atomwaffensperrvertrag halten

Unterdessen ließ Iran vermelden, daß sich das Land vorerst weiter an den Atomwaffensperrvertrag halten will. Je nachdem, wie die Entscheidung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nach der erneuten Sitzung des Gouverneursrats am 6. März ausfalle, könne Teheran jedoch seine Position überdenken, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Hamid Resa Assefi, am Sonntag.

Der Atomwaffensperrvertrag sei „ein internationaler Pakt, an den wir uns weiter halten, aber wir können nicht hinnehmen, daß er für politische Zwecke mißbraucht wird“, fügte Assefi hinzu. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte am Samstag indirekt mit der Kündigung des Sperrvertrags gedroht.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, AFP
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