18.10.2007 · George Bush hat im Atomstreit mit Iran vor einem „Dritten Weltkrieg“ gewarnt. Er forderte, Iran an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. Gleichzeitig erklärte der amerikanische Präsident seine Bereitschaft, an einer diplomatischen Lösung zu arbeiten.
Der amerikanische Präsident George W. Bush hat vor einer Zuspitzung des Atomstreits mit Iran bis hin zu einem „Dritten Weltkrieg“ gewarnt. Die politischen Führer der Welt müssten eine atomare Aufrüstung Irans verhindern, wenn sie „an der Vermeidung eines Dritten Weltkriegs interessiert“ sind, sagte Bush am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.
Bush bezog sich dabei auf die von Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad ausgesprochene Drohung mit der Vernichtung Israels: „Wir haben im Iran einen Führer, der erklärtermaßen die Zerstörung Israels will.“ Zugleich bekräftigte Bush seine Hoffnung auf eine diplomatische Beilegung der Krise.
Appell an Russland
Bush warnte: „Wenn der Iran die Atombombe hätte, dann wäre dies eine gefährliche Bedrohung für den Weltfrieden.“ Den Begriff vom „Dritten Weltkrieg“ ließ Bush im Zusammenhang mit seinen Äußerungen zu den diplomatischen Beratungen mit den Partnerländern fallen: „Ich habe den Leuten gesagt, wenn Ihr an der Vermeidung eines Dritten Weltkriegs interessiert seid, dann solltet Ihr wohl daran interessiert sein, wie man sie (die Iraner) davon abhalten kann, die nötigen Kenntnisse zum Bau einer Nuklearwaffe zu haben.“
Der amerikanische Präsident sagte am Mittwoch, man müsse verhindern, dass Iran das Wissen zum Bau von Atomwaffen erlange, wenn man den Dritten Weltkrieg verhindern wolle.
Bush erneuerte seinen Vorwurf, dass Iran unter dem Deckmantel seines Nuklearprogramms den Bau von Atomwaffen anstrebe. „Ich weiß, dass sie (die Iraner) die Fähigkeit und das Wissen anstreben, eine Atombombe zu bauen“, sagte Bush. „Und ich weiß, dass es im Interesse der Welt liegt, dies zu vermeiden.“ Bush bekräftigte seine Bereitschaft, mit Russland und anderen Staaten an einer diplomatischen Beilegung des Atomstreits mit Teheran zu arbeiten. Ziel sei es, Iran klarzumachen, dass ihm bei einer Fortsetzung seines Atomprogramms die internationale Isolierung drohe, sagte Bush.
„Es lohnt sich, den Druck aufrecht zu erhalten“
Auch nach dem Besuch von Russlands Präsident Wladimir Putin im Iran setzt Bush nach eigenen Angaben in der Iran-Frage auf eine Zusammenarbeit mit Moskau. Ein atomar aufgerüsteter Iran liege nicht in Putins Interesse, und Russland zeige in der Frage „große Unterstützung für die Vereinten Nationen“. Die Vereinigten Staaten beraten derzeit mit den vier anderen UN-Vetomächten sowie mit Deutschland über eine weitere Runde von Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen Iran. Das Gremium hatte bereits zweimal Strafmaßnahmen verhängt, weil der Iran der Aufforderung zum Stopp der Urananreicherung nicht nachgekommen war.
„Es lohnt sich, den Druck auf die iranische Regierung aufrecht zu erhalten“, sagte Bush zu den gemeinsamen diplomatischen Bemühungen. Innerhalb der so genannten 5+1-Gruppe drängen vor allem die Amerikaner auf schärfere Sanktionen; Russland und China setzen eher auf Zeit. Ein für Mittwoch in Berlin geplantes Diplomatentreffen der Sechsergemeinschaft zur Iran-Frage wurde von Peking verschoben - offenbar aus Verärgerung über Bushs Treffen mit dem Dalai Lama.