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Atomenergie Milliarden für längere Laufzeit

16.08.2010 ·  In Deutschland sind noch 17 Kernkraftwerke in Betrieb. Ihr Anteil an der Primärenergieerzeugung lag 2009 bei elf Prozent; das entspricht dem Niveau, das auch Braun- und Steinkohle hatten. Die Bundesregierung ist bereit, die Anlagen länger laufen zu lassen.

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Die Atomenergie ist die in Deutschland am meisten umstrittene Art der Erzeugung von Strom. Noch in den siebziger Jahren galt die Technik als die beste für eine möglichst unabhängige, sichere und preiswerte Stromversorgung. Störfälle im Ausland und die ungeklärte Endlagerproblematik für den viele zehntausend Jahre strahlenden Müll haben die Technologie in Deutschland in Misskredit gebracht. Die Mehrheit der Bevölkerung steht ihr skeptisch gegenüber.

In Deutschland sind noch 17 Kernkraftwerke in Betrieb. Ihr Anteil an der Primärenergieerzeugung lag 2009 bei elf Prozent; das entspricht dem Niveau, das auch Braun- und Steinkohle hatten. In der Stromerzeugung kam die Kernenergie auf einen Anteil von 22,6 Prozent. Allerdings waren 2009 mehrere Großkraftwerke wegen Renovierung abgeschaltet.

Hohe Preiszuwächse bei Uran fallen wenig ins Gewicht

Der Brennstoff Uran muss vollständig eingeführt werden, doch halten die Versorger die Bezugsquellen langfristig wirtschaftlich und politisch sicher, die Vorkommen für ausreichend. Atomkraftwerke sind wegen der hohen Sicherheitsanforderungen in Planung und Bau besonders teuer, im Betrieb dafür günstig. Auch hohe Preiszuwächse bei Uran fallen wenig ins Gewicht. Atomkraftwerke produzieren Strom ohne CO2-Emissionen, aber beim Bau und dem Uranabbau entstehen Emissionen.

Die Anlagen werden vor allem in der Grundlast eingesetzt, sie erzeugen „rund um die Uhr“ Strom. Sie können aber auch flexibel „gefahren“ werden und damit Ausgleichsenergie für fluktuierenden „grünen“ Strom produzieren. Die Branche ist stolz darauf, dass viele Anlagen im internationalen Vergleich lange und störungsfrei laufen. Um so mehr war sie über den Imageschaden durch die Pannenserien bei den seit Jahren stillstehenden Reaktoren Krümmel und Brunsbüttel entsetzt.

Bundesregierung ist bereit, die Anlagen länger laufen zu lassen

Die Bundesregierung ist bereit, die Anlagen länger laufen zu lassen, als nach dem rot-grünen Atomausstieg bis 2020/21 geplant. Strittig ist, wie lange. Der Umweltminister plädiert für eine kurze Verlängerung, bis erneuerbare Energien die Atomstromproduktion ausgleichen. Das soll 2030 der Fall sein.

Der Wirtschaftsflügel der Union plädiert dagegen für eine möglichst lange Laufzeitverlängerung, weil er sich Vorteile beim Strompreis verspricht. Vorteile erhofft sich auch der Finanzminister. Er will zweistellige Milliardenbeträge bei einer Laufzeitverlängerung für die Sanierung des Haushalts und Förderung erneuerbarer Energien abschöpfen.

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