12.12.2005 · Eine Explosion vor dem Wirtschaftsministerium hat an diesem Montag morgen das Zentrum Athens erschüttert. Das griechische Fernsehen spricht von einem Terroranschlag. Kurz vor der Explosion sollen zwei Athener Zeitungen Warnanrufe erhalten haben.
Bei der Explosion eines Sprengsatzes vor dem Wirtschaftsministerium im Zentrum Athens sind an diesem Montag nach Angaben des griechischen Fernsehens mindestens zwei Menschen verletzt worden. Wie es aus Polizeikreisen hieß, hatten unbekannte Täter eine Bombe mit Zeitzünder auf einem Motorrad deponiert.
Es habe neben einigen Gasflaschen gestanden, die Bauarbeiter vor dem Ministerium für Renovierungsarbeiten gelegt hatten. Die Gasflaschen seien jedoch nicht explodiert, als der Sprengsatz gezündet wurde, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.
Die Detonation in der Innenstadt habe lediglich Sachschaden verursacht, teilte die Polizei mit. Eine halbe Stunde vorher seien zwei Warnanrufe bei einer griechischen Zeitung eingegangen. Mehrere Splittergruppen hatten Anschläge während des Berufungsprozesses gegen 15 Mitglieder der linken Extremistenorganisation „17. November“ angekündigt. Die Behörden machten zunächst keine Angaben zu den Tätern.
Zweiter Anschlag auf Regierungsgebäude in halbem Jahr
Im Geschäftsviertel Athens beschädigte die Explosion kurz vor Beginn des morgendlichen Berufsverkehrs Läden, Autos und Cafés. Durch die Wucht der Explosion zerbarsten in allen umliegenden Gebäuden die Fensterscheiben. Ein Augenzeuge berichtete, er habe noch rund 50 Meter vom Explosionsort entfernt zerbrochenes Glas gesehen. „Ich hatte Glück, mit dem Leben davonzukommen“, sagte ein Kiosk-Besitzer. „Ich hörte die Explosion und fühlte dann, wie groß die Druckwelle war.“
Es war der zweite Bombenanschlag auf ein griechisches Regierungsgebäude innerhalb eines halben Jahres. Im Juni hatte die Gruppe „Revolutionärer Kampf“ mit einem Sprengsatz das Arbeitsministerium schwer beschädigt.