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Asteroid 2012DA14

Angesichts der Zeichen und Wunder über dem Ural ist es an der Zeit, im Nördlinger Ries noch schnell ein Apfelbäumchen zu pflanzen.

© dpa Vergrößern 2012 DA14

So richtig will man es nicht glauben, dass der Meteoritenhagel über Tscheljabinsk nichts mit „2012 DA14“ zu tun gehabt haben soll. Wie ein Unheil das andere ankündigt, wirkte der explosive Absturz aus dem All wie ein Vorbote auf das, was in der Nacht zum Samstag noch alles auf die Erde hätte prasseln können. Die mehr als zwanzigtausend Kilometer Entfernung, in deren „Sicherheit“ der Asteroid an der Erde vorbeifliegen sollte, schrumpften angesichts der Zeichen und Wunder über Sibirien so schnell zusammen, dass man im Nördlinger Ries noch schnell ein Apfelbäumchen pflanzen wollte.

Überhaupt fällt es schwer, an all das zu glauben, was der Asteroid sonst noch ans Tageslicht gebracht hat, besser gesagt: lieber nicht ans Tageslicht bringt. Täglich wird die Erde aus dem All „bombardiert“, mit Brocken, die so groß sein können wie ein Panzer. Die meisten verglühen oder prallen am atmosphärischen Schutzschild ab, „statistisch gesehen“. Doch alle 1200 Jahre wird aus den Geschossen eine Bombe - dann schlagen die Himmelskörper ein, „statistisch gesehen“.

Das ist so beruhigend wie das Geständnis der vom Meteortreiben geblendeten Weltraumbeobachter, dass zum Beispiel 2012DA14, wie der Name schon sagt, erst im vergangenen Jahr entdeckt wurde, andere Geisterfahrer wie die jetzt über dem Ural niedergegangenen aber erst gar nicht registriert werden, weil sie einfach zu klein für diese Welt sind. Oder so beruhigend wie die Pläne russischer Weltraumcowboys, solchen mehr oder weniger sicht- und berechenbaren Armageddons mittels Atombomben eines Tages einen „Schubs“ geben zu können - wohin?

Bis dahin sind wir alle Dinosaurier. Schon rast ein viel größerer, viel zerstörerischer „2007VK184“ auf uns zu, der im Jahre 2048 vorbeischaut und eine Einschlagswahrscheinlichkeit von 1 zu 1800 haben soll. Wenn alles gut geht, ist davor immerhin der Klimawandel gedämpft, der Euro endgültig stabilisiert, die Schuldenbremse fest angezogen und sämtliche Lasagne von Pferdefleisch befreit. Oder sagen wir: Die Wahrscheinlichkeit für all das liegt bei 1 zu 1800. Es fehlt nur ein kleiner Schubs und es geht in die richtige oder in die falsche Richtung. 2012DA14 erinnert uns daran, dass es keine Formel dieser Welt dafür gibt, an die man glauben könnte.

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Quelle: F.A.Z.

 
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