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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Asienreise Schröder setzt auf Wachstum in Indien

 ·  Der Bundeskanzler rechnet damit, daß sich sich der Handel zwischen Deutschland und Indien in den nächsten Jahren verdoppelt. Dabei hofft Schröder besonders auf Reformen der neuen indischen Regierung.

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Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist überzeugt, daß die deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen vor einer Expansionsphase stehen. „Experten halten eine Verdopplung des Handelsvolumens in den nächsten sechs bis sieben Jahren für möglich“, sagte Schröder beim Besuch eines Wirtschaftsforums in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi. Angesichts der hohen Wachstumsraten in Indien sei das realistisch.

Mit dem Wirtschaftsforum in Neu-Delhi begann Schröder eine einwöchige Asien-Reise, 22 Manager begleiten ihn. Der erste Tag ist bestimmt von Wirtschaftsgesprächen, am Donnerstag führt Schröder dann politische Gespräche mit dem neuen indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh und mit Präsident Abdul Kalam. Im vergangenen Jahr hatte das deutsch-indische Handelsvolumen erstmals die Marke von fünf Milliarden Euro überschritten.

Hoffen auf die Initiative der neuen Regierung

Chancen sieht Schröder nicht nur im Bereich Infrastruktur, eine engere Kooperation sei auch bei Finanzdienstleistungen möglich, etwa bei Versicherungen. Schröder lobte Singhs Reformpolitik und sprach von einer wachsenden Investitionsbereitschaft deutscher Unternehmen.

Besondere Hoffnungen setzt Schröder auf die wirtschaftspolitische Initiative der neuen Regierung unter Singh, die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen zu fördern. Für den deutschen Mittelstand eröffne das Chancen zur Kooperation. Das gelte nicht nur in den traditionellen Bereichen Maschinen- oder Werkzeugbau, sondern auch in Zukunftsbereichen, wie der Biotechnologie.

Indische Wirtschaft um acht Prozent gewachsen

Mit Blick auf Indiens Führungsrolle auf Seiten der Entwicklungsländer forderte der Kanzler verstärkte Anstrengungen, um die Gespräche zur Liberalisierung des Welthandels im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) voranzubringen. Es gelte nun, bis zum WTO-Treffen im Dezember nächsten Jahres Fortschritte im Bereich der Industriezölle und im Dienstleistungsbereich zu erzielen.

Indien gehört derzeit zu den großen Wachstumszentren in Asien. Die Wirtschaft der bevölkerungsreichsten Demokratie weltweit wuchs im vergangenen Jahr um acht Prozent. Zusammen mit Deutschland bemüht sich Indien um einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Am Freitag nimmt Schröder in Vietnam am Europa-Asien-Gipfel teil. Weitere Stationen seiner Asien-Reise sind Pakistan und Afghanistan.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, AP
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