14.04.2005 · Im Streit zwischen China und Japan über Energievorkommen nannte Chinas Regierung Japans Pläne für Probebohrungen eine „ernste Provokation“. Das Gebiet im Ostchinesischen Meer ist zwischen beiden Seiten umstrittenen.
Der Streit zwischen China und Japan über Energievorkommen hat sich am Donnerstag verschärft. Chinas Regierung nannte Japans Pläne für Probebohrungen nach Öl- und Gasvorkommen in einem zwischen beiden Seiten umstrittenen Gebiet im Ostchinesischen Meer eine „ernste Provokation“.
Der Sprecher des Außenministeriums in Peking, Qin Gang, sagte, China habe formell protestiert und behalte sich weitere Schritte vor. Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi wies den Protest in Tokio zurück und sagte nur: „China und Japan haben verschiedene Standpunkte.“ Beide müßten darüber diskutieren.
„China wird die Linie niemals anerkennen“
Nach den antijapanischen Demonstrationen wegen Vorwürfen über eine Verharmlosung japanischer Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg in China belastet der Streit das Verhältnis noch zusätzlich. Ungeachtet von Warnungen Pekings hatte die Regierung in Tokio am Mittwoch das Ausschreibungsverfahren eingeleitet, mit dem japanischen Unternehmen künftig Probebohrungen beginnen können. Japan müsse seine Rechte auf der Grundlage des Völkerrechts und der UN-Seerechtskonvention sichern, sagte der stellvertretende Außenminister Ichiro Aisawa in Tokio.
Kernpunkt des Streits ist eine von Japan gesetzte Mittelinie im Ostchinesischen Meer, die China nicht akzeptiert. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Qin Gang, sagte, China habe die Linie „niemals anerkannt und wird sie niemals anerkennen“.
Tokio droht mit eigenen Bohrungen
Das chinesische Ölunternehmen China National Offshore Oil Corp (CNOOC) hatte bereits mit Probebohrungen in dem Gebiet begonnen, wogegen Japan protestiert hatte. Aus japanischer Sicht reichen die Gasfelder in die japanische Wirtschaftszone, die China nicht anerkennt.
Aus Verärgerung darüber, daß Peking seiner Forderung nach einer Beendigung der Erkundungen und weiteren Erläuterungen dazu nicht nachkommt, hatte Tokio vor zehn Tagen angedroht, selbst Probebohrungen vorzunehmen.