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Aktualisiert: 29.12.2016, 07:39 Uhr

Terroranschlag in Berlin NRW-Opposition alarmiert wegen Amris Aktivitäten im Ruhrgebiet

CDU, FDP und Piraten in Düsseldorf verlangen Aufklärung: Konnte der mutmaßliche Berlin-Attentäter Anis Amri im größten Bundesland ungestört in Moscheen Hass predigen?

© Helmut Fricke Blick vom Fernsehturm in Düsseldorf auf den Landtag von NRW (Archivbild)

Die Opposition im Düsseldorfer Landtag verlangt Aufklärung über die Aktivitäten des mutmaßlichen Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri in Nordrhein-Westfalen. Die Fraktionen von CDU, FDP und Piraten wollen am Donnerstag eine Sondersitzung des Innenausschusses des Landtages gleich zu Beginn des neuen Jahres beantragen. Das Schreiben an Landtagspräsidentin Carina Gödecke (SPD) liegt der Deutschen-Presse Agentur vor.

Nordrhein-Westfalen war einer Hauptaufenthaltsorte Amris, in dem Bundesland liegt auch die für ihn zuständige Ausländerbehörde. Amri galt als „Gefährder“, dem ein Anschlag zugetraut wurde, verschwand aber vom Radar der Behörden.

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„Wenn die Enthüllungen stimmen, dass ein ausreisepflichtiger terroristischer Gefährder, der den Behörden bekannt ist, sich völlig frei bewegen und in radikalen Moscheen im Ruhrgebiet ungestört Hass predigen kann, dann ist dies der absolute Tiefpunkt von sechs Jahren rot-grüner Innenpolitik in NRW, der jetzt schonungslos aufgeklärt werden muss“, sagte der nordrhein-westfälische CDU-Chef Armin Laschet. Nach WDR-Recherchen soll Amri im Ruhrgebiet deutlich besser vernetzt gewesen sein als bislang angenommen.

Einen möglichen Kontaktmann Amris in Berlin nahmen die Ermittler vorläufig fest. Bis Donnerstag werde geprüft, ob Haftbefehl beantragt wird, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Ihren Angaben zufolge hatte Amri die Telefonnummer des 40-jährigen Tunesiers in seinem sichergestellten Handy gespeichert. Der Festgenommene könnte in den Anschlag mit dem Lastwagen eingebunden gewesen sein.

Amri soll nur wenige Minuten vor der Tat im Führerhaus des Lastwagens gechattet haben. Amri schrieb dem Bericht zufolge: „Mein Bruder, alles in Ordnung, so Gott will. Ich bin jetzt im Auto, bete für mich, mein Bruder, bete für mich.“ Dann habe er noch ein Selfie von sich aus dem Lkw verschickt. Auch „Spiegel Online“ berichtete, Amri habe wenige Minuten vor dem Anschlag noch Sprachnachrichten und Fotos verschickt. Unter den Empfängern soll laut „Focus“ der 40-jährige Tunesier gewesen sein, der am Mittwoch in Berlin festgenommen wurde.

Der 24-Jährige war den Ermittlungen zufolge am Montag vor Weihnachten mit einem Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gefahren. Zwölf Menschen starben, 55 wurden verletzt. Nach offiziellen Angaben werden 20 Verletzte noch immer in Krankenhäusern behandelt, elf von ihnen auf der Intensivstation. Auf seiner Flucht wurde Amri in Italien von Polizisten erschossen.

© dpa, reuters Merkel: Fall Amri wirft eine Reihe von Fragen auf

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