Attacke auf Weihnachtsmarkt: Merkel spricht von Terroranschlag - Anschlag in Berlin - FAZ
http://www.faz.net/-gpf-8okus

Attacke auf Weihnachtsmarkt : Merkel spricht von Terroranschlag

  • Aktualisiert am

Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin Bild: AFP

Bundeskanzlerin Merkel zeigt sich nach dem Anschlag von Berlin geschockt. Man müsse von einem terroristischen Anschlag ausgehen, sagte sie in einer kurzen Ansprache. Er wäre besonders widerwärtig, falls der Täter tatsächlich ein Asylsuchender gewesen sein sollte.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht nach der Todesfahrt eines Lkw auf einem Berliner Weihnachtsmarkt von einem Anschlag aus. „Wir müssen nach jetzigem Stand von einem terroristischen Anschlag ausgehen“, sagte Merkel am Dienstag in Berlin.

          Die Kanzlerin erwähnte auch den Verdacht, ein nach Deutschland gekommener Flüchtling könne für die Tat verantwortlich sein: „Ich weiß, dass es für uns alle besonders schwer zu ertragen wäre, wenn sich bestätigen würde, dass ein Mensch diese Tat begangen hat, der in Deutschland um Schutz und Asyl gebeten hat“, sagte sie. „Dies wäre besonders widerwärtig“, fügte die Kanzlerin hinzu, auch gegenüber den tatsächlich Schutzbedürftigen. Merkel versicherte, die Tat werde aufgeklärt und die Verantwortlichen bestraft werden.

          Nach Angaben von Merkel wird am Mittag in Berlin das Sicherheitskabinett zusammenkommen, um über den Stand der Erkenntnisse zu beraten. Die Kanzlerin kündigte zudem an, am Nachmittag zum Anschlagsort am Breitscheidplatz zu gehen, um dort ihre Anteilnahme auszudrücken.

          Merkel sagte, sie sei „entsetzt, erschüttert und tief traurig“ über die Geschehnisse. Das ganze Land sei „in tiefer Trauer vereint“ mit den Angehörigen und Freunden der Opfer. „Auch wenn es in diesen Stunden schwer fällt: Wir werden die Kraft finden für das Leben, wie wir es in Deutschland leben wollen: frei, miteinander und offen“, fügte sie aber hinzu.

          250 Beamte durchsuchen Flüchtlingsunterkunft

          Ein Lastwagen war am Montagabend auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, direkt an der berühmten Gedächtniskirche nahe dem Kurfürstendamm, gerast. Insgesamt zwölf Menschen wurden getötet und 48 weitere verletzt. Der mutmaßliche Fahrer wurde festgenommen. Am Dienstagmorgen haben die deutschen Sicherheitsbehörden ihn unter dem Namen Naved B. als mutmaßlichen Flüchtling identifiziert. Der wohl 23 Jahre alte Mann habe zwei Alias-Namen geführt, die dem erstgenannten Namen sehr ähnlich seien, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Sicherheitskreisen. Auch die Tageszeitung „Die Welt“ hatte den Namen genannt. Die dpa berichtete auch, dass der Festgenommene die Tat bestreitet.

          Er habe in einer Flüchtlingsunterkunft auf dem früheren Flughafen Berlin Tempelhof gewohnt, die am Dienstagmorgen von der Polizei durchsucht worden ist. Vier junge Männer Ende 20 aus dem Hangar 6 seien befragt worden, es gab aber keine Festnahmen, sagte Sascha Langenbach, Sprecher des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten, am Dienstag.

          Der Einsatz, an dem auch Kräfte der Spezialeinheit (SEK) beteiligt waren, habe um 3.00 Uhr mit bis zu 250 Beamten begonnen. Die Kräfte seien dann aber reduziert worden. Die Lage sei ruhig gewesen. Um 8.00 Uhr sei der Einsatz beendet gewesen. Ob die Polizei nach Verbindungen des Täters suchte, der am Montagabend mit einem Sattelschlepper in den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gerast war und mindestens elf Menschen in den Tod riss, sagte der Sprecher nicht explizit. „Die Annahme kann man aber haben.“ Zur Herkunft der befragten Flüchtlinge gab es keine Angaben.

          Weitere Themen

          Polizei zerschlägt Kinderporno-Ring Video-Seite öffnen

          Brasilien : Polizei zerschlägt Kinderporno-Ring

          In dem südamerikanischen Land ist den Ermittlern ein großer Schlag gegen Kinderpornografie gelungen: Mehr als 130 Personen wurden festgenommen und mehr als eine Millionen Fotos sichergestellt.

          Attentäter war Tschetschene

          Messerattacke in Paris : Attentäter war Tschetschene

          In einem Ausgehviertel sticht ein Angreifer wahllos auf Passanten ein, bevor die Polizei ihn tötet. Ein Opfer stirbt, vier sind verletzt. Der Täter sei einem Aufruf zu Angriffen auf „Staaten der Koalition“ gefolgt, heißt es im IS-Bekennerschreiben.

          Lindner wirft Merkel Zögerlichkeit vor Video-Seite öffnen

          FDP-Bundesparteitag : Lindner wirft Merkel Zögerlichkeit vor

          Christian Lindner sagte auf dem FDP-Bundesparteitag in Berlin, dass, wenn Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher 1989 die gleiche Zögerlichkeit gehabt hätten, wie Frau Merkel heute, dann hätte es die deutsche Einheit niemals gegeben.

          Topmeldungen

          Maas in Washington : Enttäuschung mit Ansage

          Außenminister Heiko Maas trifft in Washington auf eine harte Wand und großes Desinteresse. Sein Besuch zeigt, wie es derzeit um das Verhältnis zwischen Deutschland und Amerika bestellt ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.