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Attacke auf Weihnachtsmarkt : Merkel spricht von Terroranschlag

  • Aktualisiert am

Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin Bild: AFP

Bundeskanzlerin Merkel zeigt sich nach dem Anschlag von Berlin geschockt. Man müsse von einem terroristischen Anschlag ausgehen, sagte sie in einer kurzen Ansprache. Er wäre besonders widerwärtig, falls der Täter tatsächlich ein Asylsuchender gewesen sein sollte.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht nach der Todesfahrt eines Lkw auf einem Berliner Weihnachtsmarkt von einem Anschlag aus. „Wir müssen nach jetzigem Stand von einem terroristischen Anschlag ausgehen“, sagte Merkel am Dienstag in Berlin.

          Die Kanzlerin erwähnte auch den Verdacht, ein nach Deutschland gekommener Flüchtling könne für die Tat verantwortlich sein: „Ich weiß, dass es für uns alle besonders schwer zu ertragen wäre, wenn sich bestätigen würde, dass ein Mensch diese Tat begangen hat, der in Deutschland um Schutz und Asyl gebeten hat“, sagte sie. „Dies wäre besonders widerwärtig“, fügte die Kanzlerin hinzu, auch gegenüber den tatsächlich Schutzbedürftigen. Merkel versicherte, die Tat werde aufgeklärt und die Verantwortlichen bestraft werden.

          Nach Angaben von Merkel wird am Mittag in Berlin das Sicherheitskabinett zusammenkommen, um über den Stand der Erkenntnisse zu beraten. Die Kanzlerin kündigte zudem an, am Nachmittag zum Anschlagsort am Breitscheidplatz zu gehen, um dort ihre Anteilnahme auszudrücken.

          Merkel sagte, sie sei „entsetzt, erschüttert und tief traurig“ über die Geschehnisse. Das ganze Land sei „in tiefer Trauer vereint“ mit den Angehörigen und Freunden der Opfer. „Auch wenn es in diesen Stunden schwer fällt: Wir werden die Kraft finden für das Leben, wie wir es in Deutschland leben wollen: frei, miteinander und offen“, fügte sie aber hinzu.

          250 Beamte durchsuchen Flüchtlingsunterkunft

          Ein Lastwagen war am Montagabend auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, direkt an der berühmten Gedächtniskirche nahe dem Kurfürstendamm, gerast. Insgesamt zwölf Menschen wurden getötet und 48 weitere verletzt. Der mutmaßliche Fahrer wurde festgenommen. Am Dienstagmorgen haben die deutschen Sicherheitsbehörden ihn unter dem Namen Naved B. als mutmaßlichen Flüchtling identifiziert. Der wohl 23 Jahre alte Mann habe zwei Alias-Namen geführt, die dem erstgenannten Namen sehr ähnlich seien, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Sicherheitskreisen. Auch die Tageszeitung „Die Welt“ hatte den Namen genannt. Die dpa berichtete auch, dass der Festgenommene die Tat bestreitet.

          Er habe in einer Flüchtlingsunterkunft auf dem früheren Flughafen Berlin Tempelhof gewohnt, die am Dienstagmorgen von der Polizei durchsucht worden ist. Vier junge Männer Ende 20 aus dem Hangar 6 seien befragt worden, es gab aber keine Festnahmen, sagte Sascha Langenbach, Sprecher des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten, am Dienstag.

          Der Einsatz, an dem auch Kräfte der Spezialeinheit (SEK) beteiligt waren, habe um 3.00 Uhr mit bis zu 250 Beamten begonnen. Die Kräfte seien dann aber reduziert worden. Die Lage sei ruhig gewesen. Um 8.00 Uhr sei der Einsatz beendet gewesen. Ob die Polizei nach Verbindungen des Täters suchte, der am Montagabend mit einem Sattelschlepper in den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gerast war und mindestens elf Menschen in den Tod riss, sagte der Sprecher nicht explizit. „Die Annahme kann man aber haben.“ Zur Herkunft der befragten Flüchtlinge gab es keine Angaben.

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