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Anschlag in Angola Ein mörderisches Ringen

10.01.2010 ·  Wenn es ums Prestige geht, verlieren Politiker leicht die Realitäten aus den Augen. Wenn deswegen Menschen zu Tode kommen, wie im Fall des Anschlags auf die Fußballmannschaft von Togo, ist der Gipfel der Verantwortungslosigkeit erreicht.

Von Peter Sturm
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Wenn es ums Prestige geht, verlieren Politiker leicht die Realitäten aus den Augen. Wenn deswegen Menschen zu Tode kommen, ist der Gipfel der Verantwortungslosigkeit erreicht. Man kann darüber streiten, ob es eine kluge Entscheidung war, Angola die Austragung der afrikanischen Fußballmeisterschaft anzuvertrauen. Aber man hätte auch schon vor dem Anschlag auf die Mannschaft Togos wissen müssen, dass es keine gute Idee war, Spiele in der Exklave Cabinda austragen zu lassen.

Angolas Regierung wollte allerdings um jeden Preis demonstrieren, dass sie auch das ölreiche Gebiet im Norden unter Kontrolle hat. Kritik an ihrer Entscheidung ist also mehr als angemessen.

Leider kann man aber ziemlich sicher sein, dass diese öffentlich sehr leise ausfallen wird. Angola ist reich an Rohstoffen und deshalb - von Peking bis Washington - ein begehrter Partner. Der Wettlauf der Giganten um die Reichtümer Angolas ist die große Stärke einer Regierung, die nichts dabei findet, Gäste ihres Landes zu Versuchskaninchen in einem mörderischen Ringen mit mörderischen Rebellen zu missbrauchen.

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Jahrgang 1958, Redakteur in der Politik.

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