Viele Monate hatte es so ausgesehen, als sei der Irak einigermaßen zur Ruhe gekommen; doch die Anschläge dieser Woche haben deutlich gemacht, dass die Hoffnungen auf eine dauerhafte innere Befriedung des Landes von Fanatikern jederzeit zunichte gemacht werden können.
Nach dem Anschlag auf eine Gruppe iranischer Pilger am Donnerstag waren wiederum Schiiten Opfer der Bluttat vom Freitag. Die Selbstmordattentäter sprengten sich in der Nähe des Heiligtums von Qadhimain in Bagdad in die Luft, wo einer der bedeutendsten Heiligen der Schiiten, der Imam Musa al Qadhim, begraben liegt.
In der Nähe des Mausoleums von Qadhimain leben fast nur Schiiten. So kann man vermuten, dass sunnitische Extremisten hinter den Anschlägen stehen, aber sicher ist das keinesfalls. Es ist zu hoffen, dass die letzthin durchaus erfolgreichen Bemühungen der Regierung um eine Verminderung der Gewalt in der Zukunft wieder besser greifen, denn je näher der Termin des Abzugs der Amerikaner rückt, desto mehr wächst offenbar die Gefahr neuer Gewalt.