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Angela Merkel Artenschützerin

11.01.2010 ·  Angela Merkel hat ihre Leute, um vorlaute Mitglieder zurechtzuweisen. Die bekommen nun zu spüren, was es heißt, von der eigenen Vorsitzenden Unmögliches zu verlangen: konservativ zu sein, zum Beispiel.

Von Berthold Kohler
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Der Artenschutz lag Angela Merkel schon am Herzen, als sie in CSU-Kreisen noch „Zonenwachtel“ genannt wurde. Ganz ungewöhnlich ist es also nicht, dass die Kanzlerin für ihr Comeback nach der Winterpause dieses Feld wählte. Dass sie dabei eine „Trendwende“ forderte, klingt allerdings schon etwas nach Ironie. Genau das hatten die innerparteilichen Kritiker von ihr verlangt, die am Sonntag eine Vermisstenanzeige für ihre Vorsitzende aufgegeben hatten. Ihnen ging es um weit weniger als die biologische Vielfalt auf der ganzen Welt; es genügte ihnen schon, wenn die CDU sich wieder artenreicher präsentierte. Die Kanzlerin aber tat so, als habe sie nichts gelesen und gehört. Sie hat ihre Leute, um vorlaute Mitglieder zurechtzuweisen. Die bekommen nun zu spüren, was es heißt, von der eigenen Vorsitzenden Unmögliches zu verlangen: konservativ zu sein, zum Beispiel. Diesen Job überlässt Frau Merkel gern anderen. Eines der Probleme der CDU besteht darin, dass ihn keiner mehr haben will. Denn fast jeder der bisherigen Inhaber bekam früher oder später eins aufs Dach - von der Artenschützerin Merkel.

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Jahrgang 1961, Herausgeber.

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