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Analyse Pakistans Geheimdienst: Die unheimliche Macht

 ·  Pakistans Geheimdienst ISI ist ein Machtfaktor: Er unterstützte die Taliban und islamistische Terrorgruppen in Kaschmir. Eine Analyse.

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Indien droht Pakistan mit einem Krieg, notfalls mit Kernwaffen - wegen der terroristischen Umtriebe des pakistanischen Geheimdienstes ISI auf indischem Gebiet. Zum zweiten Mal wird der mächtige Geheimapparat zum Problem der Weltpolitik; wie bereits nach dem 11. September, als die massive Unterstützung des ISI für die Taliban Amerikas Strategie und Diplomatie im Krieg gegen den Terror beeinflusste.

Noch rasseln die Säbel in Südasien: Entlang der indisch-pakistanischen Grenze starren die Heerscharen aufeinander, und hinter ihnen sind die atomwaffenfähigen Raketen aufgestellt - wie die "Agni II", die Indien Ende Januar "versuchsweise" gestartet hat. Indien wirft Pakistan vor, einen Terrorkrieg zu führen - etwa mit dem Bombenanschlag auf das Landesparlament von Kaschmir am 1. Oktober in Srinagar und dem Angriff auf das Bundesparlament am 13. Dezember in Neu-Delhi. Der Angriff auf das Amerika-Haus in Kalkutta am 22. Januar hat die Spannung noch verschärft: Indiens Innenminister Lal Krishna Advani machte sofort wieder eine Spur zum pakistanischen Geheimdienst ISI aus.

Unterstützung für die Taliban gekappt

Pakistans Präsident General Pervez Musharraf mußte unter dem Druck bereits am 12. Januar die vom ISI geförderten islamistischen Terrorgruppen verbieten - genau wie er unter amerikanischem Druck im September die ISI-Unterstützung an die Taliban hatte kappen müssen.

Gegründet wurde der "Directorate General of Inter-Services Intelligence" (Generaldirektion Nachrichtenwesen der Gesamtstreitkräfte) 1948 nach dem ersten indisch-pakistanischen Kaschmir-Krieg. Vom Anfang an wurde er vom Heer dominiert, und parallel zum Verfall von Pakistans Parlamentarismus mischte er sich immer mehr in dessen Auftrag in die Innenpolitik ein. Seit der ersten Militärdiktatur (1958-1971) ist der ISI aus ihr nicht mehr wegzudenken.

Geheimdienstmann mit Deutschland-Erfahrung

Im wiederhergestellten zivilen Regime von Zulfikar Ali Bhutto ab 1971 kam zu dessen Aufgaben die Wissenschaftsspionage für Pakistans Atomwaffenprogramm hinzu. Einer der aktivsten Operateure war der pakistanische Militärattaché in Bonn, Asad Durrani. Er leitete den ISI später als Generalleutnant (von 1990 bis 1992). 1994 kehrte er als Botschafter nach Deutschland zurück, heute ist er Botschafter in Saudi-Arabien.

In der zweiten Militärdiktatur unter Heereschef und Präsident General Muhammad Zia-ul-Haq (1977 bis 1988) wuchs der ISI zu einem Riesenapparat von 10.000, später sogar 25.000 Mitarbeitern, vor allem dank der CIA-Finanzierung für den Kampf gegen die Sowjets in Afghanistan. Daraus entstand eine Dschihad-Ideologie, die Pakistans islamische Identität mit dessen geostrategischem Interesse in Mittelasien verband. Schlimmer noch: Mit dem Dschihad entstand auch eine islamistische Seilschaft im ISI und in den Streitkräften, die bei allen späteren Anstrengungen nicht ganz auszumerzen war.

ISI-Leute verhalfen Präsident Musharraf zur Macht

Nach Zias Tod 1988 und der Wiederherstellung der Demokratie blieb der ISI ein einflußreicher, gefürchteter Machtfaktor. Generell handelte er im Interesse des Heeres - der ISI "entdeckte" und finanzierte den späteren Ministerpräsidenten Nawaz Sharif. 1999 führte ein Machtkampf um den ISI zwischen dem Heereschef General Musharraf und dem Nawaz-treuen ISI-Chef Generalleutnant Zia-du-Din zu Musharrafs Putsch und zur dritten Militärdiktatur. Und in der Offiziersclique, die Musharraf ins Präsidentenamt hineinputschte, waren zwei "harte" ISI-Männer die wichtigsten Säulen von Musharrafs Macht - ISI-Chef Generalleutnant Mahmud Ahmed und Vizegeneralstabschef Generalleutnant Muhammad Aziz Khan, der letztgenannte ein ehemaliger ISI-Vizechef.

Im zweiten Teil der Analyse lesen Sie, warum der pakistanische Geheimdienst die Taliban unterstützte und wie er Indien provoziert - siehe Link "Analyse: Pakistans geheime Macht“

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Antiterrorkampf 2.0

Von Klaus-Dieter Frankenberger

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