03.11.2004 · Wo entscheidet sich die Präsidentenwahl? Es wird knapp zwischen Amtsinhaber Bush und seinem demokratischen Herausforderer Kerry. Die Entscheidung fällt in in einem guten Dutzend Staaten.
Von Majid SattarDas amerikanische Nachrichtenmagazin „Time“ hat vor kurzem seine Titelgeschichte über die Präsidentenwahl 2004 unter die Überschrift der Wahl des Jahres 2000 gestellt: „Too close to call“ hieß es wieder.
Diesmal zeigte das Bild nicht den jugendlich wirkenden George W. Bush und den früheren Vizepräsidenten Al Gore, sondern einen graumelierten Amtsinhaber und den Senator aus Massachusetts, John Kerry.
Letztlich entscheiden die Schlachtfeldstaaten
Es läuft wieder auf eine knappe Entscheidung zwischen Amtsinhaber Bush und seinem demokratischen Herausforderer hinaus. Den Umfragen nach sieht es bei der indirekten Wahl zum Wahlmännerkollegium so aus: Kerry kann in elf Bundesstaaten relativ sicher sein, die Wahlmännerstimmen für sich zu verbuchen, Bush in 21.
Da der Republikaner aber vor allem in den bevölkerungsschwachen Staaten (mit Ausnahme von Texas) gut dasteht, die nur wenige Wahlmännerstimmen in die Waagschale werfen, Kerry vor allem in bevölkerungsreichen Staaten wie Kalifornien und New York führt, ist das Stimmungsbild im Wahlmännergremium weniger eindeutig: Bush kann mit 181 Stimmen relativ sicher rechnen, Kerry mit 179. 270 Stimmen sind für den Sieg erforderlich.
Alles hängt also von den sogenannten Schlachtfeldstaaten ab. Auf sie konzentriert sich der Wahlkampf, hier werden provokante Fernsehspots gesendet. Es geht um 178 Stimmen in einem guten Dutzend Staaten. Im Zentrum stehen Teile Neuenglands und des Mittleren Westens, des Südwestens, die Großen Seen und Florida, vor vier Jahren schon das Zünglein an der Waage.