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Amerikanische Truppen im Irak Bush lässt alle Mann bei einem Mann

10.04.2008 ·  Der amerikanische Präsident Bush folgt den Empfehlungen seines Oberbefehlshabers im Irak, General Petraeus: Die Truppenstärke bleibt bei 140.000 Mann. Seine Ankündigung löste harsche Kritik bei den Demokraten aus.

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Der amerikanische Präsident George W. Bush will vorerst keine weiteren Soldaten aus dem Irak abziehen. Vielmehr wolle er der Empfehlung seines Oberbefehlshabers im Irak, General David Petraeus, nach einer Konsolidierungsphase folgen. Dieser solle „alle Zeit haben, die er braucht“, sagte Bush im Weißen Haus.

Die Ankündigung Bushs löste harsche Kritik bei den Demokraten aus. Petraeus hatte vorgeschlagen, nach dem bereits beschlossenen Abzug von rund 30.000 Soldaten bis Juli mit einer weiteren Entscheidung über mögliche Reduzierungen mindestens 45 Tage zu warten. Erst danach solle die Frage erneut geprüft werden.

Truppenstärke soll bei 140.000 Mann bleiben

Die 30.000 Mann waren vor 15 Monaten zur Verstärkung in den Irak gekommen. Nach den Empfehlungen Petraeus' soll die Truppenstärke damit vorerst bei rund 140.000 Mann bleiben. „Wieder einmal bittet Bush die Amerikaner um Zeit und Geduld“, sagte die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton. „Aber er hat von Beidem bereits genug bekommen.“ Bush müsse jetzt sagen, wie er den Krieg beenden wolle. Die Sprecherin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, meinte: „Wir brauchen vom Präsidenten bessere Antworten.“

Zugleich kündigte Bush an, die Einsatzdauer der Soldaten im Irak und in Afghanistan zu verkürzen. Sie sollten vom Sommer an nicht mehr wie derzeit 15, sondern nur noch zwölf Monate an der Front sein. Die Einsatzphasen waren erst vor etwa einem Jahr verlängert worden, um eine Aufstockung der Truppen zu erreichen.

Bush warnt vor dem „destruktiven Einfluss“ des Irans

Seit der Verstärkung der amerikanischen Truppen um zusätzliche 30.000 Mann hat es nach den Worten Bushs „bedeutende Fortschritte“ in der Sicherheitslage gegeben. Die Iraker und die amerikanischen Verbündeten hätten die Initiative an sich gerissen und die Terrororganisation Al Qaida sowie die Extremisten in die Defensive gedrängt. Die Gewalt zwischen den Religionsgruppen habe dramatisch abgenommen. Auch die Zahl der amerikanischen Opfer sei deutlich zurückgegangen. Die Iraker arbeiteten stärker zusammen als je zuvor, Sunniten wie Schiiten hätten sich gegen die Extremisten gewandt.

Auch wirtschaftlich und politisch mache der Irak deutliche Fortschritte. Erneut warnte Bush vor dem „destruktiven Einfluss“ des Irans. Teheran müsse sich entscheiden, ob es in Frieden mit seinem Nachbarn leben wolle oder aber „weiterhin illegale militante Gruppen bewaffnen, finanzieren und trainieren will, die das irakische Volk terrorisieren“. Wenn der Iran die „falsche Entscheidung“ treffe, würden die Vereinigten Staaten „handeln, um unsere Interessen zu schützen und die unserer Truppen und unserer irakischen Partner“.

Nur noch 28 Prozent mit Bush zufrieden

Bei heftigen Kämpfen im schiitischen Armenviertel Sadr City in Bagdad kamen unterdessen 15 Menschen ums Leben, wie die amerikanischen Streitkräfte und die irakische Polizei mitteilten. Der Stadtteil, in dem rund 2,5 Millionen Menschen leben, ist eine Hochburg des Geistlichen Muktada al Sadr und seiner Mahdi-Miliz. Dort kommt es seit Tagen zu heftigen Kämpfen zwischen irakischen Regierungstruppen und Aufständischen.

Die Umfragewerte des am 20. Januar 2009 aus dem Amt scheidenden Präsidenten Bush fielen unterdessen auf ein neues Rekordtief. Nur noch 28 Prozent der Befragten gaben ein positives Urteil zur Amtsführung Bushs ab.

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