28.10.2008 · Die bisher noch von Geheimnistuerei umgebene amerikanische Kommandoaktion in Syrien behindert den mühsamen Versuch, Damaskus als Störfaktor im Nahen Osten zu neutralisieren.
Von Günther NonnenmacherEs ist seit langem bekannt, dass personeller wie materieller Nachschub für die Dschihadisten im Irak über Syrien läuft. In den vergangenen Monaten erschien dieses Problem allerdings weniger dringlich: „Al Qaida im Zweistromland“ ist geschwächt, und die syrische Regierung tat einiges, um die Infiltration von Terroristen in das Nachbarland zu stoppen.
Deshalb hätte niemand erwartet, dass amerikanische Spezialtruppen jetzt auf syrischem Gebiet zuschlagen würden. Die bisher noch von Geheimnistuerei umgebene Kommandoaktion behindert den mühsamen Versuch (vor allem der Europäer, aber auch der Israelis), Damaskus als Störfaktor im Nahen Osten, so gut das eben geht, zu neutralisieren.
Wenn die Berichte stimmen, haben die Amerikaner auch „Kollateralschäden“ - sprich: zivile Tote - in Kauf genommen, was ihrem Ruf in der arabischen Welt weiter schadet. Vielleicht sollte diese Aktion eine Warnung für Iran, den Hauptstörenfried bei der Konsolidierung und Stabilisierung des Iraks, sein. Doch auch da ist absehbar, dass die Sache Wasser auf die Mühlen der Unversöhnlichen leitet.