06.10.2004 · In umittelbarer Nähe des Brandenburger Tors ist der Neubau der Botschaft der Vereinigten Staaten mit einem symbolischen Spatenstich begonnen worden. Im November 2007 soll das Gebäude fertiggestellt sein.
Der Neubau der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika ist am Mittwoch mit einem symbolischen Spatenstich begonnen worden. Im November 2007 soll das Gebäude fertiggestellt sein, für dessen offiziellen Baubeginn Botschafter Coats, Bundesinnenminister Schily und Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit (beide SPD) zu einer Feier unter freiem Himmel zusammenkamen.
Seit 1993 bezeugt eine Plakette den Willen der Vereinigten Staaten, am Pariser Platz 2, neben dem Brandenburger Tor, ihre Botschaft zu errichten, in unmittelbarer Nachbarschaft zu den britischen und französischen Botschaften, zum Reichstag sowie dem Bundesrat. Hinter der neuen Botschaft, jenseits der eigens für den angestrebten Sicherheitsabstand von 25 Metern verlegten Behrenstraße, entsteht das Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Am Pariser Platz 2 stand einst das Palais Blücher, das 1930/31 für kurze Zeit die amerikanische Botschaft war.
Lange Planungen
Durch steigende Sicherheitsanforderungen der Amerikaner und Konflikte mit den Gestaltungswünschen der Berliner Behörden für alle Gebäude am Pariser Platz hatten sich die Planungen für die Botschaft in die Länge gezogen. Von 1994 bis 1996 fand der Wettbewerb statt, den das Büro Moore, Ruble & Yudell in Santa Monica gewann.
Das Gebäude soll widerstrebende Eigenschaften vereinen, es soll sich dem Ensemble des Pariser Platzes einfügen, es soll höchste Sicherheit bieten, ohne diese mit Mauern oder Bunkerarchitektur herzustellen, es muß sogar ein offenes Haus sein, denn es wird das Konsulat, das noch in Berlin-Dahlem sitzt, und die Kulturabteilung enthalten.
„Herausgehobener Ort deutscher Geschichte“
Botschafter Daniel Coats erinnerte daran, daß das Grundstück für die neue Botschaft jahrzehntelang im Grenzgebiet zwischen Ost- und West-Berlin gelegen hatte, und an Präsident Reagans Aufforderung an Staatspräsident Gorbatschow, das Brandenburger Tor zu öffnen und die Berliner Mauer niederzureißen. Coats nannte das "transatlantische Bündnis der Demokratien" nach dem Zweiten Weltkrieg "das erfolgreichste Bündnis der Geschichte".
Bundesinnenminister Schily sagte, der Botschaftsneubau der Amerikaner sei eine Rückkehr "an einen herausgehobenen Ort deutscher Geschichte", es sei eine "Rückkehr mit dem Blick nach vorn"; Amerikaner und Deutsche stünden heute eng gegen den internationalen Terror zusammen. Die Deutschen verdankten es den "amerikanischen Freunden", daß sie heute "auf dieser Seite des Brandenburger Tors" stehen könnten. Daher wünsche er in der doppelten Bedeutung: "Willkommen im Herzen von Berlin".
Staatssekretär Scharioth vom Auswärtigen Amt sprach von der "emotionalen Seite" der gemeinsamen Geschichte von Deutschen und Amerikanern. Ihre Freundschaft ruhe auf einem "starken Fundament", sagte Scharioth und erinnerte an die 200000 Berliner, die am Tag nach den Terroranschlägen auf Amerika im September 2001 vor dem Brandenburger Tor zusammengekommen waren, um Trauer und Solidarität zu bezeugen. Wowereit sagte, es sei richtig, die Botschaft mitten in Berlin zu bauen, und er dankte den Vereinigten Staaten dafür, in Berlin "stets Flagge gezeigt" zu haben.