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Veröffentlicht: 31.01.2014, 18:36 Uhr

Alternative für Deutschland AfD-Mitglieder und britische Rechte sprechen über Kooperation

Obwohl sich der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke öffentlich von der britischen Rechtspartei Ukip abgrenzt, führen Landessprecher seiner Partei Gespräche über eine Allianz nach der Europawahl.

© dpa AfD-Bundesparteitag: Lucke (links) mit Parteisprecherin Frauke Petry und zwei weiteren Mitgliedern

Trotz der Abgrenzungsversuche des AfD-Sprechers Bernd Lucke verhandeln Mitglieder seiner Partei mit der britischen Rechtspartei Ukip über eine Zusammenarbeit nach den Europawahlen. Er habe zwei sehr produktive Treffen mit Landesprechern der AfD gehabt, bestätigte der Vorsitzende der Britischen Unabhängigkeitspartei, Nigel Farage, der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Ukip hatte zuletzt heftig gegen den angeblichen Missbrauch des britischen Sozialsystems durch osteuropäische Einwanderer gewettert und setzt sich für einen Austritt Großbritanniens aus der EU ein.

Lucke, der als Spitzenkandidat seiner Partei bei der Europawahl antritt, hatte die Ukip vorige Woche auf dem Parteitag in Aschaffenburg kritisiert. „Ukip schlägt beim Thema Zuwanderung einen Tonfall an, der mir nicht behagt. Damit kann man Leute aufhetzen.“

Farage sagte, ihm sei bewusst, dass Lucke sich mit der Konservativen Partei Großbritanniens im EU-Parlament zusammentun wolle. „Aber mich freut, dass sehr viele ranghohe Mitglieder der AfD lieber eine Allianz mit uns eingehen möchten. Es liegt an den Parteimitgliedern, darüber abschließend zu entscheiden.“

Einer Mitte Januar veröffentlichten Umfrage zufolge ist Ukip derzeit die beliebteste Partei Großbritanniens und stößt noch vor den Konservativen unter Premierminister David Cameron bei 27 Prozent der Befragten auf Zustimmung. Die eurokritische AfD könnte einer Erhebung zufolge bei der Europawahl am 25. Mai sieben Prozent der Stimmen in Deutschland auf sich vereinen. Die Partei wehrt sich gegen den Vorwurf, Sammelbecken rechtsradikaler Strömungen zu sein. Eine Zusammenarbeit mit Ukip könnte dieser Kritik allerdings neuen Auftrieb geben.

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Quelle: wahlrecht.de
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