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Als Bundestagskandidatin nominiert : CDU-Kreisverband stärkt Schavan

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Trotz Plagiatsvorwürfen zur Kandidatin nominiert: CDU-Politikerin Anette Schavan Bild: Pilar, Daniel

Die wegen Plagiatsvorwürfen unter Druck geratene Bildungsministerin Anette Schavan tritt in Ulm als Direktkandidatin für die Bundestagswahl an. 96 Prozent der Delegierten stimmen für sie. Nach den Vorwürfen der vergangenen Wochen sei dies für sie eine „überwältigende Unterstützung“, sagt Schavan.

          Die wegen Plagiatsvorwürfen unter Druck stehende Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) tritt mit voller Rückendeckung in Ulm als Direktkandidatin für die Bundestagswahl an. An diesem Freitagabend stimmten 96 Prozent der Delegierten des CDU-Kreisverbands Alb-Donau/Ulm für die 57-Jährige – mit 294 der gültigen 307 Stimmen. „Ich danke sehr für das große Vertrauen und bin darüber ganz einfach glücklich“, sagte Schavan.

          Die Ministerin hatte zuvor in ihrer dreißigminütigen Rede um das Vertrauen ihres Wahlkreises gebeten. Die Solidarität der Delegierten im lange anhaltenden Beifall, nachdem das Ergebnis verkündet worden war. Schavan stellte sich auf einen Stuhl und jubelte ihren Parteimitgliedern zu. „Ich habe nicht abgeschrieben und schon gar nicht getäuscht“, sagte sie vor der Nominierung zu den Plagiatsvorwürfen.

          „Ich lasse mich nicht jeden Tag von jedem provozieren“

          Schavan bedankte sich für die „überwältigende Unterstützung“. „Bis hin zum heutigen Tag bewegt mich das menschlich ungemein“, sagte Schavan. Kritikern entgegnete sie: „Ich lasse mich nicht jeden Tag von jedem provozieren, der meint, mich provozieren zu können.“ In der Plagiatsaffäre setze sie auf ein faires Verfahren der Universität Düsseldorf. Dorthin habe sie zu ihrer Verteidigung bereits eine schriftliche Erklärung geschickt. Die Universität Düsseldorf hatte am Dienstag ein Verfahren zur Aberkennung von Schavans Doktortitel eingeleitet. Zahlreiche Medienvertreter verfolgten die Veranstaltung. Schavans Wahlkreis stellte sich in der Plagiatsaffäre bisher geschlossen hinter sie. Von allen Seiten gab es unterstützende Worte für die Ministerin. „Sie hat eine hervorragende Arbeit geleistet. Wir sind froh, dass wir sie als Abgeordnete haben“, sagte die Landtagsabgeordnete und frühere Sozialministerin in Baden-Württemberg, Monika Stolz.

          Der große Zuspruch hänge aber auch mit der Plagiatsaffäre zusammen. „Ich glaube, die Mitglieder spüren, dass hier etwas abläuft, was nicht in Ordnung ist.“ Ulms Finanzbürgermeister Gunter Czisch sagte, dass sich Schavan bisher integer für ihren Wahlkreis eingesetzt habe und er sich sicher sei, dass sie auch integer in ihrer Doktorarbeit gewesen sei. „Wir wünschen Dir weiterhin Standhaftigkeit und Kraft“, sagte Czisch.

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