Home
http://www.faz.net/-gpf-7623v
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Als Bundestagskandidatin nominiert CDU-Kreisverband stärkt Schavan

Die wegen Plagiatsvorwürfen unter Druck geratene Bildungsministerin Anette Schavan tritt in Ulm als Direktkandidatin für die Bundestagswahl an. 96 Prozent der Delegierten stimmen für sie. Nach den Vorwürfen der vergangenen Wochen sei dies für sie eine „überwältigende Unterstützung“, sagt Schavan.

© Pilar, Daniel Vergrößern Trotz Plagiatsvorwürfen zur Kandidatin nominiert: CDU-Politikerin Anette Schavan

Die wegen Plagiatsvorwürfen unter Druck stehende Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) tritt mit voller Rückendeckung in Ulm als Direktkandidatin für die Bundestagswahl an. An diesem Freitagabend stimmten 96 Prozent der Delegierten des CDU-Kreisverbands Alb-Donau/Ulm für die 57-Jährige – mit 294 der gültigen 307 Stimmen. „Ich danke sehr für das große Vertrauen und bin darüber ganz einfach glücklich“, sagte Schavan.

Die Ministerin hatte zuvor in ihrer dreißigminütigen Rede um das Vertrauen ihres Wahlkreises gebeten. Die Solidarität der Delegierten im lange anhaltenden Beifall, nachdem das Ergebnis verkündet worden war. Schavan stellte sich auf einen Stuhl und jubelte ihren Parteimitgliedern zu. „Ich habe nicht abgeschrieben und schon gar nicht getäuscht“, sagte sie vor der Nominierung zu den Plagiatsvorwürfen.

„Ich lasse mich nicht jeden Tag von jedem provozieren“

Schavan bedankte sich für die „überwältigende Unterstützung“. „Bis hin zum heutigen Tag bewegt mich das menschlich ungemein“, sagte Schavan. Kritikern entgegnete sie: „Ich lasse mich nicht jeden Tag von jedem provozieren, der meint, mich provozieren zu können.“ In der Plagiatsaffäre setze sie auf ein faires Verfahren der Universität Düsseldorf. Dorthin habe sie zu ihrer Verteidigung bereits eine schriftliche Erklärung geschickt. Die Universität Düsseldorf hatte am Dienstag ein Verfahren zur Aberkennung von Schavans Doktortitel eingeleitet. Zahlreiche Medienvertreter verfolgten die Veranstaltung. Schavans Wahlkreis stellte sich in der Plagiatsaffäre bisher geschlossen hinter sie. Von allen Seiten gab es unterstützende Worte für die Ministerin. „Sie hat eine hervorragende Arbeit geleistet. Wir sind froh, dass wir sie als Abgeordnete haben“, sagte die Landtagsabgeordnete und frühere Sozialministerin in Baden-Württemberg, Monika Stolz.

Mehr zum Thema

Der große Zuspruch hänge aber auch mit der Plagiatsaffäre zusammen. „Ich glaube, die Mitglieder spüren, dass hier etwas abläuft, was nicht in Ordnung ist.“ Ulms Finanzbürgermeister Gunter Czisch sagte, dass sich Schavan bisher integer für ihren Wahlkreis eingesetzt habe und er sich sicher sei, dass sie auch integer in ihrer Doktorarbeit gewesen sei. „Wir wünschen Dir weiterhin Standhaftigkeit und Kraft“, sagte Czisch.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ehrlichkeit Eine abhanden gekommene Tugend

Steuern hinterziehen, Schwarzfahren oder die Haushaltshilfe unter der Hand bezahlen: Um Ehrlichkeit im Alltag ist es nicht gut bestellt. Zwischen Kavaliersdelikt und Unverschämtheit liegt dabei nur ein schmaler Grat. Mehr Von Uta Rasche

05.04.2015, 12:14 Uhr | Politik
Bundesparteitag CDU debattiert über Burka-Verbot

Der Kreisverband Frankfurt am Main hat ein Verbot der Vollverschleierung gefordert, was bei Delegierten und Parteiführung auf Sympathien stieß. Bundesinnenminister De Maiziere warnte vor einfachen Lösungen. Mehr

11.12.2014, 12:13 Uhr | Politik
Athen will Milliarden Gabriel nennt griechische Forderung dumm

Griechenland hat seine Entschädigungsforderungen gegenüber Deutschland auf etwa 280 Milliarden Euro beziffert. SPD-Chef Gabriel weist mit barschen Worten den Versuch zurück, Reparationsforderungen mit den aktuellen Verhandlungen über Kredithilfen zu vermischen. Mehr

07.04.2015, 16:09 Uhr | Politik
Georgien Keilerei im Parlament

Bei einer Debatte im georgischen Parlament über die Auswahl von Delegierten des Landes beschimpften sich die Abgeordneten und schlugen aufeinander ein. Dabei wurden laut Berichten örtlicher Medien mindestens drei Parlamentarier verletzt. Mehr

27.12.2014, 10:56 Uhr | Politik
Frankreich Familienzwist im Front National

Wegen der rechtsextremen Ausfälle des ehemaligen Front-National-Chefs Jean-Marie Le Pen geht Parteiführerin Marine Le Pen auf Distanz zu ihrem Vater. Diesmal will er gemeinsam mit Russland die weiße Welt retten. Mehr Von Michaela Wiegel, Paris

08.04.2015, 14:53 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 25.01.2013, 22:24 Uhr

Eine gute Armee ist unbezahlbar

Von Reinhard Müller

Klagen gegen den Hersteller des Sturmgewehrs G36 hätten kaum Aussicht auf Erfolg, auch weil etwaige Ansprüche verjährt sein dürften. Warum wurden die Verträge nie nachverhandelt? Mehr 19 20

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden