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Alkoholverbot : Geht’s noch?

Der Umgang mit dem „Kulturgut“ Alkohol lässt sich kaum regulieren. Er ist ein wichtiges Schmiermittel im politischen Betrieb. Und dieser Betrieb umfasst nicht nur Politiker.

          Die Grünen in Baden-Württemberg gehen nicht weit genug. Am besten wäre ein Alkoholverbot in Hotelbars, jedenfalls in gemischtgeschlechtlichen. Auch an die geforderten Platzverweise ist zu denken, jedenfalls für Platzhirsche.

          Wobei im Dunst mitunter nicht ganz klar ist, wer auf der Strecke bleibt und ob erwachsene, unabhängige Menschen überhaupt „Freiwild“ sein können. Immerhin, selbst bei SPD und Grünen gelten Alkoholverbote als schwerlich durchsetzbar. Die Sozialdemokraten wittern schon den Obrigkeitsstaat: Um Platzverbote aussprechen zu können, müsse man erst einmal die Leute erfassen, die dafür in Frage kämen - also eine „Säuferdatei“ anlegen.

          Und auch die Grüne Jugend fordert statt eines Alkoholverbots auf öffentlichen Plätzen, die Ursachen zu bekämpfen. Das ist richtig und ehrenvoll. Aber eben nicht einfach. Ist doch der Alkohol auch ein wichtiges Schmiermittel im politischen Betrieb. Und dieser Betrieb umfasst nicht nur Politiker.

          Es fällt allen schwer, den Umgang mit einem „Kulturgut“, und sei er exzessiv, zu regulieren.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

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