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Gauland : Der Napoleon der AfD

Größer als das Gespür der AfD für die gezielte Provokation ist die Bereitschaft ihrer politischen Gegner, auf jede Schippe zu springen, die ihnen hingehalten wird.

          Mit sicherem Gespür für die Provokation hat Alexander Gauland wieder zugeschlagen. „Wenn die Franzosen zu Recht stolz auf ihren Kaiser sind und die Briten auf Nelson und Churchill, haben wir das Recht, stolz zu sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen.“ Wie er darauf kommt, dass die Franzosen stolz sind auf ihren Kaiser – gemeint ist wohl Napoleon – wird für immer im Kyffhäuser verborgen bleiben. Und warum sollte der Stolz auf Churchill das Recht geben, stolz auf die Wehrmacht zu sein? (Wie wäre es stattdessen mit Adenauer?)

          Aber Gaulands Stolzieren gilt vor allem dem „Schlussstrich“, damit er sich so fühlen kann wie der Churchill deutscher Vergangenheitsbewältigung. Die AfD musste zudem nicht lange darauf warten, dass ihr Napoleon falsch zitiert wurde: Er habe dazu aufgefordert, die Deutschen sollten stolz sein auf die „Verbrechen der Wehrmacht“. Das ist natürlich antifaschistischer Mumpitz, und schon steht der „braune“ Gauland als das Opfer des „Mainstreams“ da. So haben alle etwas davon. Die AfD bleibt allerdings so stark, wie sie ist.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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