19.07.2010 · Selbst wenn Al Qaida nur noch eine „Marke“ sein sollte — an ihren tödlichen Zielen besteht kein Zweifel. Darum ist es richtig, auch die Unterstützung des Terrornetzes mit hohen Strafen zu ahnden.
Von Reinhard MüllerDass der aufwendige Prozess gegen zwei islamistische Terroristen in Koblenz nicht im ganz hellen Scheinwerferlicht stand, ist ein Zeichen von Normalität, Routine. Man hat sich daran gewöhnt, dass es auch hierzulande Helfer von Al Qaida gibt — mitunter wird durchsucht, verhaftet.
Ein Gefühl von Bedrohung entstand allenfalls, als Bomben in deutschen Regionalzügen gefunden wurden, die nur durch Zufall nicht explodierten.
Besonders spektakulär ist es nicht, was den Koblenzer Angeklagten vorgeworfen wurde: Geld und Ausrüstungsgegenstände für die Terrorgruppe haben sie besorgt. Womöglich hat einer der jetzt Verurteilten sogar in Afghanistan gekämpft. Und das wiederum hat Einfluss auf unsere Sicherheit.
Darum ist es richtig, hier Zeichen zu setzen: Auch die Unterstützung von Al Qaida kann mit hohen Strafen geahndet werden — von einer Mitgliedschaft ganz zu schweigen. Doch Mitgliedschaft klingt nach Verein, nach RAF. Die islamistischen Terroristen organisieren sich anders. Aber selbst wenn Al Qaida nur noch eine „Marke“ sein sollte — an ihren tödlichen Zielen besteht kein Zweifel.
@ senersen
Dirk Berends (Berends)
- 20.07.2010, 11:07 Uhr
Reinhard Müller Jahrgang 1968, Redakteur in der Politik, zuständig für „Staat und Recht“.
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