Home
http://www.faz.net/-gpf-6x9l8
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Agenten-Rauswurf Empörung über Pakistan wegen BND

 ·  Der Rauswurf dreier Agenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) aus der Stadt Peschawar in Pakistan hat in deutschen Regierungskreisen zu Verstimmungen geführt. Man glaubt an einen gezielter Affront.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (7)

Das Vorgehen der pakistanischen Behörden gegen drei Agenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) in der Stadt Peshawar sorgt in der Bundesregierung für Empörung. Die Behauptung, dass die Agenten sich als Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ausgegeben hätten, sei unwahr, erfuhr die F.A.S. aus Sicherheitskreisen.

Weder hätten die Agenten, die Diplomatenpässe besaßen, ein Auto der GIZ benutzt noch Visitenkarten der Organisation. Entsprechende Behauptungen waren unter Hinweis auf pakistanische Geheimdienste in deutschen Medien verbreitet worden. Das sei unverantwortlich, weil dadurch GIZ-Mitarbeiter in Lebensgefahr gebracht werden könnten.

Die drei Agenten waren der Stadt verwiesen worden. Pakistanische Medien hatten sie fotografieren können und ihre Namen genannt. Sie sind mittlerweile wieder in Deutschland. Das BND-Büro in AgentPeshawar hatte seit etwa 30 Jahren mit Wissen der pakistanischen Behörden bestanden. In der Bundesregierung wird vermutet, dass das Vorgehen gegen westliche Dienste der Profilierung von Politikern der Region dienen soll. Aus dem Auswärtigen Amt heißt es, die deutsche Botschaft in Islamabad führe weiter Gespräche mit der pakistanischen Seite. Der Vorfall bleibe "weiterhin aufklärungsbedürftig".

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1963, politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

Jüngste Beiträge

Wir sind Jonny

Von Philip Eppelsheim

Die Kriminalstatistik sagt: Die Gewalt nimmt ab. Aber über die Angst spricht niemand. Im öffentlichen Raum wurden jeden Tag etwa 175 Menschen geschlagen und getreten. Mehr 45 37