Bei einer schweren Explosion in Afghanistan sind am Samstag mindestens zwei Bundeswehrsoldaten getötet worden. Dies bestätigten am Sonntag ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam sowie die Internationale Schutztruppe in Afghanistan (Isaf). Der afghanische Präsident Hamid Karzai hat den Tod der Soldaten im Norden des Landes bedauert und den Hinterbliebenen sein Mitgefühl ausgedrückt. Er hat nach eigenen Angaben eine Untersuchung des Vorfalls angeordnet.
Auch mindestens fünf afghanische Helfer kamen nach den Angaben aus Potsdam ums Leben. Ein afghanischer Übersetzer und ein weiterer Bundeswehrsoldat seien bei der Explosion zweier Lastwagen im nordostafghanischen Rustak verletzt worden. Sie befänden sich nicht in Lebensgefahr und sollten noch am Sonntag oder am Montag nach Deutschland gebracht werden.
Einschließlich der beiden Opfer vom Samstag sind seit 2002 insgesamt 16 Bundeswehr-Angehörige in Afghanistan ums Leben gekommen. Seit dreieinhalb Jahren ist die Bundeswehr in dem Land am Hindukusch präsent und fügt sich in die Internationale Schutztruppe (Isaf) ein. Seit Oktober 2003 führt die Bundeswehr auch ein so genanntes Regionales Wiederaufbauteam (PRT) in Kundus, ein zweites wurde im Juli 2004 in Faisabad im äußersten Nordosten des Landes eingerichtet.
Unfall oder Anschlag mit ferngesteuerter Rakete
Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam geht davon aus, daß es sich bei dem Vorfall „mit größter Wahrscheinlichkeit“ um einen Unfall handelte. „Es gibt keinerlei Hinweise, daß es sich um einen Anschlag handelt“, präzisierte ein Sprecher des Einsatzkommandos am Sonntagnachmittag.
Der Sicherheitschef Takhars, Ghulam Hasrat, sagte der afghanischen Nachrichtenagentur Pajhwok dagegen: „Die Fahrzeuge könnten mit einer ferngezündeten Bombe in die Luft gesprengt worden sein.“ Für konkrete Aussagen sei es noch zu früh. Pajhwok zitierte zudem einen nicht namentlich genannten afghanischen Sicherheitsbeamten, der demnach ebenfalls von einem Sprengsatz ausging.
Zwei weitere deutsche Soldaten, die die Explosion miterlebt hätten, stünden unter Schock, teilte die Bundewehr weiter mit. Eine Untersuchungskommission solle so bald wie möglich nach Afghanistan aufbrechen, um die Ursachen der Explosion zu untersuchen. Es gebe bislang keine Hinweise auf einen Anschlag, sagte der Sprecher.
Soldaten als erfahren bezeichnet
Die Explosion ereignete sich nach offiziellen afghanischen Angaben am Samstag in der Provinz Takhar. Dort habe ein afghanischer Kommandeur Munition übergeben. Beim Aufladen auf einen Lastwagen seien Teile der Munition explodiert. Nach Darstellung des Einsatzführungskommandos soll es sich um erfahrene Soldaten handeln.