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Afghanistan Petraeus' Mission

05.07.2010 ·  Petraeus' Ernennung zum Oberkommandierenden in Afghanistan weist die Richtung: Um diesen Krieg für Amerika und die Nato zu gewinnen, muss der militärische Einsatz von mehr politischer Klugheit angeleitet werden.

Von Günther Nonnenmacher
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Wer es gerne symbolisch hat, der kann den Wechsel des Oberkommandierenden in Afghanistan von McChrystal zu Petraeus als das Austauschen einer „Kampfmaschine“ gegen einen politischen General interpretieren. Anlass dazu gäben die militärische Laufbahn McChrystals sowie seine Erscheinung und sein asketischer Lebenswandel. Doch vermutlich täte man dem ausgeschiedenen General damit Unrecht: Ketzerische Bemerkungen über Zivilbeamte und Politiker gehören seit Urzeiten zum Standardrepertoire von Privatgesprächen unter Militärs. Auch wenn Petraeus versichert hat, die Strategie in Afghanistan - die er selbst mitentworfen hat - werde nicht verändert, weist seine Ernennung doch die Richtung: Um diesen Krieg für Amerika und die Nato so zu beenden, dass es nicht wie eine Niederlage wirkt, muss der militärische Einsatz von mehr politischer Klugheit angeleitet werden.

Dazu gehört in erster Linie, dass die in Afghanistan erreichbaren Ziele realistisch in den Blick gefasst werden. Verteidigungsminister zu Guttenberg fordert im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den Abschied von „Traumbildern“ und fügt hinzu, Afghanistan werde sich „nie nach unseren Maßstäben absolut stabilisieren lassen“. Damit ist das Ziel der „selbsttragenden Stabilität“ kassiert, das noch sein Vorgänger verkündet hatte - es war angesichts der Geschichte Afghanistans und der Stammesrivalitäten in diesem Land von vornherein eine Illusion. Letztlich geht die Politik wieder auf den Ausgangspunkt dieser militärischen Intervention zurück: im Jahr 2001 hieß es, Al Qaida solle aus Afghanistan vertrieben werden und dort keine Rückzugsräume mehr für seinen internationalen Terror finden. Schon das wird schwierig genug werden.

Es sollte jetzt nicht die Legende aufgebracht werden, dem Westen habe es am Hindukusch an „strategischer Geduld“ gefehlt, die Militärs seien wegen einer wankenden Heimatfront gescheitert. Letztlich haben die westlichen Gesellschaften die menschlichen Kosten dieses Krieges wie seine finanziellen Folgen ohne militante Auflehnung ertragen - auch wenn die Umfragen immer und überall verbreitete Ablehnung zeigten. Die Abzugsstimmung hat sich wegen des Auseinanderklaffens politischer Ziele und militärischer Möglichkeiten immer mehr verstärkt. Petraeus wird daraus die Konsequenzen zu ziehen haben.

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Jahrgang 1948, Herausgeber.

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