28.10.2009 · „Afpak“ darf trotz des Terrors nicht zur Adresse von Taliban, Dschihadisten und Al Qaida werden. Die internationalen Organisationen und die Staaten, die sich zivil und militärisch engagieren, dürfen sich nicht einschüchtern lassen, so schwer das auch fällt.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerIn der pakistanischen Grenzstadt Peshawar sind viele Dutzend Menschen einem Massenmord zum Opfer gefallen, die meisten waren Frauen und Kinder. In Kabul haben Taliban sechs UN-Mitarbeiter umgebracht. Es war ein schlimmer Tag in der Region mit dem neuen Kürzel „Afpak“, der schlimmste seit langem - und für die amerikanischen Streitkräfte in Afghanistan war der Oktober der verlustreichste Monat überhaupt.
Es ist offenkundig: Am Hindukusch ist die Sicherheitslage prekär geworden. Terror soll die Wähler von der Teilnahme am zweiten Durchgang der Präsidentenwahl abhalten und die Ausländer mürbe machen. In Pakistan wird die Staatsmacht von militanten Islamisten und ihren terroristischen Spießgesellen auf unglaublich brutale Weise herausgefordert.
Es steht viel auf dem Spiel
Die nehmen Rache dafür, dass die Sicherheitskräfte endlich den islamistischen Umtrieben entschiedener entgegentreten, und sie wollen das Land in den Bürgerkrieg treiben. Wer in dieser Lage ernstlich zum Abzug aus Afghanistan rät oder wer die Unterstützung Pakistans als eine Aufgabe unter „ferner liefen“ einstuft, der hat nicht begriffen, was auf dem Spiel steht und welchen Kräften die Bevölkerungen beider Länder dann ausgeliefert wären. „Afpak“ darf nicht zur Adresse von Taliban, Dschihadisten und Al Qaida werden; die internationalen Organisationen und die Staaten, die sich zivil und militärisch engagieren, dürfen sich nicht einschüchtern lassen, so schwer das auch fällt.
Deswegen muss der amerikanische Präsident Obama, dessen Außenministerin in Islamabad die richtigen Worte des Beistands fand, endlich eine Entscheidung darüber treffen, wie, gegen wen vor allem und mit welchem Mitteleinsatz er in Afghanistan und im afghanisch-pakistanischen Grenzland künftig vorgehen will. Je länger er diese Entscheidung hinauszögert, desto mehr werden sich die Gegner des Westens und jedweder Stabilisierung zu immer neuen Terroranschlägen ermuntert fühlen, um so die Entschlossenheit und das Durchhaltevermögen in Washington wie andernorts zu untergraben.
Sollte Obama sich unter dem Eindruck der jüngsten Terrorwelle gegen eine deutliche Truppenverstärkung entscheiden, wird das die Sicherheit nicht verbessern, aber die Taliban zu triumphalistischen Gesten veranlassen. Was die lokalen Partner des Westens wiederum beeindrucken wird. Übrigens: Nach dem Abzug der Amerikaner aus den irakischen Städten ist der Terror dorthin zurückgekehrt.
Dieser Beitrag ist leider zu oberflächlich
Peter Reynders (c17867)
- 28.10.2009, 23:34 Uhr
Dieser Kommentar ist leider zu oberflaechlich..
Michael Posthoff (MisterMischa)
- 29.10.2009, 05:33 Uhr
Stellvertreterkriege
Klaus Dieter (Leser2009)
- 30.10.2009, 07:13 Uhr
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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