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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Afghanistan Nordallianz: USA sollen Bin Ladin selbst jagen

 ·  Die Nordallianz überläßt die Jagd auf Bin Ladin den USA. Die kämpfen im Süden lieber selbst, anstatt die dort ansässigen Paschtunen zu unterstützen.

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Die Nordallianz in Kabul überlässt den USA die Jagd auf den Terroristenchef Usama bin Ladin und den Talibananführer Mullah Mohammed Omar. „Es gibt keine Pläne, Truppen von hier nach Kandahar zu entsenden“, sagte Abdullah Abdullah, der Außenminister der Nordallianz. Allenfalls mit Militärberatern können die paschtunischen Milizen, die in Kandahar gegen die Taliban kämpfen, rechnen.

Zur neuen Phase des Krieges, von der jetzt viel die Rede ist, zählt nicht nur die Landung von US-Truppen nahe Kandahar im Süden Afghanistans, wo Omar und Bin Ladin vermutet werden, sondern auch die Eroberung von Kundus im Norden. Die Nordallianz sieht ihren Teil als erledigt an. Sie hat die Taliban aus den Gebieten vertrieben, die bis 1994 von Milizen der heutigen Nordallianz kontrolliert wurden.

Paschtunen kontrollieren Süd-Afghanistan

Zu ihr gehören vor allem Tadschiken - die gesamte Führungsriege von Präsident Burhanuddin Rabbani über Abdullah bis zum Innenminister Junis Kanuni sind Tadschiken - sowie Usbeken und schiitische Hasara. Diese Völker leben im Norden und im Zentrum Afghanistans.

Der Süden wird dagegen von den Paschtunen, dem größten Volk des Landes, kontrolliert. Und die Nordallianz tut nach Ansicht von Experten gut daran, nicht in diese Gebiete einzumarschieren. Denn die Feindschaft der paschtunischen Milizen gegen die Nordallianz könnte sich als größer erweisen als ihre Abneigung gegen die Taliban.

Die USA wollen jetzt selbst am Boden kämpfen

Das heißt aber auch, dass die Nordallianz nun nicht mehr die Rollenverteilung weiterführen kann, die es bisher gab: Die USA griffen die Taliban massiv aus der Luft an und lieferten Munition, in die Kämpfe am Boden aber wurde die Nordallianz geschickt.

Die Landung der US-Soldaten in der Provinz Kandahar bestätigt, dass die USA nun selbst am Boden zu kämpfen bereit sind. Sie zeigt aber auch, dass die USA zu den paschtunischen Milizen ein anderes Verhältnis haben als zur Nordallianz.

Eigene Waffen könnten sich gegen die USA richten

Zwar haben sich im Osten und im Süden des Landes immer mehr paschtunische Milizen gegen die Taliban gewandt und von ihnen entweder friedlich die Macht übernommen oder sie verjagt. Auch in Kandahar kämpfen Paschtunen gegen die letzte Taliban-Bastion. Doch diesen Paschtunen-Milizen wollen die USA nicht dieselbe Rolle geben wie der Nordallianz. Darauf lässt die Landung der US-Truppen nach Ansicht von Beobachtern schließen.

Denn wenn die USA die Milizen aufrüsten, könnten sie bei einem Bruch der Partnerschaft ihre eigenen Waffen gegen sich haben. Vor allem aber sind sich die USA wahrscheinlich nicht sicher, dass die Paschtunen nach einem Sieg über die Taliban deren Anführer Omar und den Terroristenchef Bin Ladin wirklich ausliefern.

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