29.04.2009 · Der unangekündigte Besuch des deutschen Außenministers in Afghanistan wird von einem Anschlag überschattet. Die Sicherheitslage im Land verschlechtert sich weiter; und die Leute hinter diesen Anschlägen wissen, wie sie damit politische Wirkung erzielen.
Von Horst BaciaZufall oder nicht — der aus Sicherheitsgründen unangekündigte Besuch des deutschen Außenministers in Afghanistan wird gleich am ersten Tag von einem Anschlag auf Soldaten der Bundeswehr überschattet. Während Steinmeier noch Gespräche in Kabul führte, griff in Kundus, 200 Kilometer weiter nördlich, ein Selbstmordattentäter eine deutsche Patrouille an. Glücklicherweise erlitten die Soldaten nur leichtere Verletzungen. Als sich kürzlich die Bundeskanzlerin in Kundus aufhielt, wurde das Feldlager — wieder einmal — mit Raketen beschossen.
Die Zwischenfälle zeigen: Selbst im nach wie vor verhältnismäßig ruhigen Norden des Landes verschlechtert sich die Sicherheitslage weiter; und die Leute hinter diesen Anschlägen wissen, wie sie damit politische Wirkung erzielen. So stellt sich auch für den Außenminister während seines Besuchs am Hindukusch die Aufgabe, den Soldaten und einer skeptischen Öffentlichkeit zu erklären, warum aufgrund deutscher Sicherheitsinteressen dieser lebensgefährliche Einsatz notwendig ist. Die Lage schönzureden hilft wenig. Sie ist es nämlich nicht.