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Freitag, 10. Februar 2012
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Afghanistan-Konferenz Nur noch die Taliban

29.01.2010 ·  Amerikaner und Briten glaubten nie, Afghanistan allein mit militärischen Mitteln befrieden zu können. Deshalb stößt das deutsche Konzept der „vernetzten Sicherheit“ in London auch auf Zustimmung - selbst wenn der Eindruck vermieden wurde, es handele sich um eine Kriegskonferenz.

Von Berthold Kohler
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Wer glaube, Afghanistan könne allein mit militärischen Strategien gesichert werden, irre sich „dramatisch“, sagte Außenminister Westerwelle vor dem Abflug zur Londoner Konferenz. Wen kann er damit gemeint haben? In Deutschland sehnt man sich auch 67 Jahre nach der Kapitulation der 6. Armee in Stalingrad nur nach rein zivilen Lösungen für alle Konflikte der Welt. Sollte Westerwelle allen Ernstes die Amerikaner verdächtigen? Die schicken jetzt zwar fünftausend Soldaten in den deutschen Sektor, damit Deutschland Friedensmacht bleiben und sich auf die Entsendung von fünfhundert Mann beschränken kann. Doch auch Amerika folgt immer mehr dem deutschen Konzept der „vernetzten Sicherheit“. Zu den schärfsten Kritikern des von der Bundeswehr veranlassten Luftschlags von Kundus gehörte der amerikanische Oberkommandierende.

Tatsächlich glaubten auch Amerikaner und Briten nie, Afghanistan lasse sich allein mit militärischen Mitteln befrieden. Sie sind im Süden nur viel früher als die deutschen Truppen im ursprünglich ruhigen Norden damit konfrontiert worden, dass der Gegner auch etwas gegen den zivilen Aufbau des Landes und die Stabilisierung der Staatsmacht hat. So epochal, wie insbesondere die Bundesregierung tut, ist der „Strategiewechsel“ nicht. Der Westen verfolgte in Afghanistan immer schon ein Doppelkonzept, wenn auch, nach den Gegebenheiten, mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Die Amerikaner warteten, das zeigen ihre im vergangenen Jahr geänderten Einsatzrichtlinien, allerdings nicht erst auf eine weitere Afghanistan-Konferenz, um Konsequenzen aus ihren Fehlern zu ziehen.

Die Europäer aber konferieren gerne, vor allem, wenn sie mit denselben innenpolitischen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Von London sollte für die kriegsmüden Völker das Signal ausgehen, dass sich alle, auch die Afghanen, noch einmal kräftig anstrengen müssen, die Sache damit aber zu einem Ende gebracht werde. Auch Berlin konnte es nicht vermeiden, dafür ein paar hundert Soldaten mehr anzubieten. Westerwelle aber sorgte schon selbst dafür, dass niemand in Deutschland auf den Gedanken kam, London sei eine Kriegskonferenz. Das Politische habe endlich wieder in den Vordergrund zu treten, forderte er. Daran müssen sich jetzt nur noch die Taliban halten.

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