Home
http://www.faz.net/-gpf-xtk2
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Afghanistan Im Zeichen des Abzugs

09.01.2011 ·  Außenminister Westerwelle hat kleine Geschenke mit nach Afghanistan gebracht: den Erlass von 13 Millionen Euro Schulden und eine langfristige Unterstützung. Eine neue Mission, wie der Awacs-Einsatz, soll aber nicht mehr in Frage kommen.

Von Horst Bacia
Artikel Lesermeinungen (5)

Zu seinem Besuch am Hindukusch hat Außenminister Westerwelle kleine Geschenke mitgebracht: Schulden von 13 Millionen Euro werden erlassen. Außerdem hat er versprochen, Deutschland werde auch nach 2014 — wenn die Verantwortung für die Sicherheit des Landes auf die einheimische Armee und Polizei übergehen soll — „an der Seite Afghanistans“ stehen.

An der Heimatfront dagegen dringt Westerwelle wie kein anderer in der Regierung auf einen möglichst frühen Abzug deutscher Soldaten, beginnend noch in diesem Jahr. Es darf aber nicht nur um einen gesichtswahrenden Rückzug gehen. Wenn eine Stabilisierung Afghanistans nicht gelingt und alle mit Leib und Leben erbrachten Opfer vergeblich gewesen sein sollten, wäre das für die Nato und für Deutschland ein Debakel.

Ins Bild passt allerdings, dass Radarflugzeuge der Nato (Awacs) dort nun ohne die deutschen Besatzungsmitglieder eingesetzt werden müssen. Das neue, vom Bundestag zu beschließende Mandat steht schon im Zeichen des Abzugs. Eine neue Mission soll daher nicht mehr in Frage kommen.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Von dir die Fregatte, von mir die Drohne

Von Thomas Gutschker

Verteidigung ist eine nationale Angelegenheit? Die Wirklichkeit hat sich längst geändert. Die Armeen der Nato-Partner müssen zusammenarbeiten. Kein Land ist mehr autark. Mehr