13.02.2010 · Zu Beginn ihrer Offensive im Süden Afghanistans sind die internationalen und afghanischen Truppen nach eigenen Angaben auf geringen Widerstand gestoßen. Sie wollen die Taliban-Hochburg Mardscha mit „überwältigender Gewalt“ unter Kontrolle bringen.
Im Süden Afghanistans hat die größte Offensive gegen die radikal-islamischen Taliban seit dem Sturz ihres Regimes Ende 2001 begonnen. 15.000 Soldaten rücken gegen die Aufständischen in der südafghanischen Provinz Helmand vor und stoßen dabei nach ersten Angaben zunächst auf wenig Gegenwehr. Bei den Gefechten kamen ersten Berichten zufolge mehrere Taliban ums Leben. Sie seien im Nahkampf an zwei verschiedenen Orten getötet worden, sagte ein afghanischer Kommandeur.
Die afghanischen und ausländischen Soldaten seien nach Beginn der Operation „Muschtarak“ (Gemeinsam) am Samstag zu Fuß, in Lastwagen und mit Hubschraubern in den Bezirk Mardscha einmarschiert, sagte der amerikanische Armeesprecher Abraham Sipe. Die Taliban leisteten bislang „minimalen Widerstand“. Sie sollen Teile des Geländes vermint und Sprengsätze zwischen den Schlafmohnfeldern versteckt haben. Gelegentlich waren Schusswechsel und die Explosion von Granaten zu hören.
Ziel der Offensive ist es, die Herrschaft der radikalen Islamisten über weite Teile der südlichen Provinz Helmand zu brechen. Der Bezirk Mardscha, eine Hochburg der Taliban, soll unter die Kontrolle der afghanischen Regierung gebracht werden, damit diese dort eine zivile Verwaltung aufbauen kann. Mardscha ist derzeit unter vollständiger Kontrolle der Taliban und Afghanistans wichtigstes Handelszentrum für Rohopium. Die Taliban finanzieren sich auch mit dem Drogenhandel.
An dem Einsatz sind neben afghanischen Kräften Truppen aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Dänemark, Estland und Kanada beteiligt. Die Isaf teilte mit, die Truppen würden mit „überwältigender Gewalt“ gegen jene Aufständischen vorgehen, die das Angebot der Regierung nicht annähmen, sich zu reintegrieren und sich in den politischen Prozess einzugliedern. Die Soldaten würden sich besonders darauf konzentrieren, die Zivilbevölkerung zu schützen. Vor Beginn der seit Tagen angekündigten Offensive waren zahlreiche Zivilisten aus Mardscha und der Umgebung in die Provinzhauptstadt Laschkarga geflohen.
Am Samstag wurden zudem drei amerikanische Soldaten getötet. Sie seien bei einem Sprengstoffanschlag in Südafghanistan ums Leben gekommen, teilte die Schutztruppe Isaf mit. Die Amerikaner seien aber nicht Teil der Operation „Muschtarak“ gewesen.
„Wir gehen ins Herz der Finsternis.“
(Der britische Oberstleutnant Matt Bazeley, kommandierender Offizier des britischen Pionierregiments in Afghanistan, zu den Soldaten vor der Operation „Muschtarak“)
Während in der Antike während der Olympiade..
Michael Posthoff (MisterMischa)
- 13.02.2010, 13:13 Uhr