02.07.2009 · Die Debatte um einen Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan ist fatal: Bündnispolitisch, weil der Einsatz auf dessen Amerikanisierung hinausliefe; strategisch, weil die Taliban für die Zeit nach dem Abzug ausländischer Truppen planen könnten.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerDie amerikanischen Streitkräfte beginnen eine neue Offensive in Südafghanistan - und in Deutschland stößt der Bundeswehreinsatz auf immer größere Ablehnung. Es verdient daher Anerkennung, dass Verteidigungsminister Jung auf der Trauerfeier für die drei gefallenen deutschen Soldaten eindringlich vor einer Abzugsdebatte gewarnt hat.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt, an dem die Regierung Obama immer mehr amerikanische Soldaten nach Afghanistan verlegt, wäre eine solche Diskussion fatal: bündnispolitisch, weil der internationale Afghanistan-Einsatz doch auf dessen Amerikanisierung hinausliefe; strategisch, weil die Taliban und ihre Terrorkumpane schon für die Zeit nach dem Abzug der ausländischen Truppen planen könnten.
Der Afghanistan-Einsatz wird nicht ewig dauern, aber ihn jetzt oder bald zu beenden, bevor die Bedingungen für die Afghanisierung der Sicherheit geschaffen sind, setzte das Erreichte aufs Spiel. Eines muss die Bundesregierung mit aller Deutlichkeit sagen: Ein Abzug der Nato im Zeichen einer Niederlage wäre verheerend, für die Afghanen, die Region und darüber hinaus.
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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