07.11.2004 · Es gibt Hoffnung für die drei entführten UN-Wahlhelfer in Afghanistan: Die Entführer haben ihre Forderungen abgemildert. Die afghanische Regierung ist optimistisch, daß die Geiseln unbeschadet frei kommen könnten.
Die Entführer von drei UN-Wahlhelfern in Kabul haben ihre Forderungen abgemildert und verlangen nun die Freilassung von 26 radikalislamischen Rebellen.
Man habe der afghanischen Regierung bis Dienstag Zeit gegeben, die Gefangenen freizulassen, sagte ein Sprecher der Jaish-e-Muslimeen (Armee der Muslime) der in Pakistan ansässigen afghanischen Nachrichtenagentur AIP nach Verhandlungen am Sonntag. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kabul, General Zahir Azimy, zeigte sich „sehr optimistisch“, daß die Geiseln unbeschadet freikommen könnten.
Zehn Tage nach der Entführung baten die Vereinten Nationen eindringlich um die Freilassung der Geiseln. „Die Sorge ihrer Familien, Freunde und Kollegen nimmt mit jedem Tag, jeder Stunde, jeder Minute zu“, sagte der Sprecher der Vereinten Nationen in Afghanistan, Manoel de Almeida e Silva. Die Wahlhelfer Annetta Flanigan aus Nordirland, die Kosovo- Albanerin Shqipe Hebibi und der philippinische Diplomat Angelito Nayan hatten in einem am Samstag in Pakistan ausgestrahlten Video um ihre Freilassung gefleht.
Die drei Ausländer waren am 28. Oktober mitten in Kabul von bewaffneten Männern verschleppt worden. Jaish-e-Muslimeen hatte zunächst unter anderem die Entlassung aller Gefangenen auf dem amerikanischen Stützpunkt Guantanamo Bay gefordert und gedroht, die drei Geiseln ansonsten zu enthaupten. Die zuvor unbekannte Gruppe hat bereits mehrere der von ihr gesetzten Ultimaten verlängert.