22.04.2010 · Afghanistan ist Thema im Bundestag - und politischer Rückhalt das Mindeste, was dieser „seinen“ Soldaten schuldet. Für die Bundesregierung ist die bisweilen ablehnende Haltung der Bürger eine ebenso große Herausforderung wie die militärischen Risiken am Hindukusch.
Von Berthold KohlerRichtlinien für Lesermeinungen
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D,land hat seine Beteiligung am Krieg in Afghanistan, der immer stärker eskaliert,
seit 2001 ständig ausgeweitet. Der Krieg dient inzwischen ausschließlich der Aufstandsbekämpfung, es geht dabei keineswegs um Wiederaufbau u. Demokratisier-
ung, wie es der Öffentlichkeit vor allem am Anfang des Krieges suggeriert wurde.
Beispiele für die deutsche Beteiligung an völkerrechtswidrigen Taten:
1. Erschiessung eines Schäfers - 20. Aug.2008
2. Erschiessung einer Frau u. zweier Kinder an einem Checkpoint südöstlich von Kunduz - 29. Sept. 2008
3. Tornado - Aufklärungsdaten für spätere Bombardierungen. Der Tornado - Einsatz
2007 beschlossen u. in das deutsche ISAF - Mandat integriert, hat sich D,land hier -
durch zu einem integralen Bestandteil des " Krieges gegen den Terror " gemacht.
Die Weitergabe der Tornado - Aufklärungsdaten an OEF stellt damit nichts anderes als Beihilfe zu Kriegsverbrechen dar.
4. Zivile Tote durch Luftangriffe, 22.Aug.2008 Azizalbad: Hochzeitsgesellschaft wird
bombardiert, 91 Tote . usw.
Sehr geehrter Herr Zajac - bitte informieren Sie sich doch einfach einmal erst
über das Mandat, die Geschichte Afghanistans der letzten 30 - und wenn Platz in Kopf, die seit 300 a.C.. Dann werden Sie sehen, dass Afghanistan alle Regierungsformen inclusive Demokratie und Monarchie gekannt hat und sowohl die russische Invasion und Besetzung als auch die heute als falsch zu bewertende US/FRA/GB Aussenpolitik mit der Instrumentalisierung der Moujahedin und der Einführung des Islam (!) als "Impfung gegen Kommunismus" den heutigen Extremisten in die Hände gespielt hat. Nun gut, Vieles im Umfeld war damals nicht vorherzusehen. Fakt ist nun, dass ein zweiter Versuch der Demokratie (ich erinnere an Weimar und die Folgen) gemacht wird. Mit 50 x "italienischen" Sozialstrukturen, 100 x "griechischer" Flexibilität und Nationalverständnis (Sorry an die beiden Nationen) und einer völlig fehlenden Unterstützung durch die Nachbarn, die alle Ihre Machtspiele spielen. Wir jedoch leiden unter einem instabilen AFG - glauben Sie mir einfach. Wenn nun Herr Kossendey, aus dessen Ex-Wahlkreis vermutlich die Gefallenen stammen, es etwas einfach formuliert: bewahren Sie einfach Ruhe. Es gibt keine Alternative zu einem erfolgreichen Einsatzende = stabile Regierung in AFG! Und das wird etwa 15 - 30 Jahre dauern. Politik lügt da noch!
Sehr geehrter Herr Rieger, ( Riegerparis )
die Bundesregierung instrumentalisiert u. missbraucht den Tod der drei deutschen
Fallschirmjäger am Karfreitag in Kundus, um in der Bevölkerung Unterstützung für
den längst gescheiterten Krieg in Afghanistan zu mobilisieren. " Der Tod der drei
Soldaten wäre sinnlos, wenn wir jetzt abziehen ", erklärte der Staatssekretär im
Militärministerium, Thomas Kossendey, CDU. Mit derartigen Durchhalteparolen
wurde noch in fast jedem Krieg der Vergangenheit für ein Weitermachen getrom -
melt.
Bei der Trauerfeier für die drei Soldaten vereinnahmte Kanzlerin Merkel mit dem an-
maßenden, ja totalitären Satz " Deutschland verneigt sich vor ihnen " alle 82 Mio.
Menschen unseres Landes.
Doch Tatsache ist: Niemand stirbt einen sinnvollen Tod im Krieg. Und Trauer, wäre
sie ehrlich u. nicht nur Mittel der psychologischen Propaganda für die Fortsetzung
des Krieges, müsste allen sinnlos gestorbenen Menschen gelten: afghanischen Zivi-
listen u. Soldaten, deutschen u. anderen ausländischen Soldaten sowie zivilen Auf-
bauhelfern, u. auch den Taliban u. anderen getöteten " Feinden ".
Alle beteiligten Länder müssten endlich eine wirksame u. glaubwürdige Strategie
zur Überwindung der Drogenökonomie entwickeln.
Wenn man sich die Anstrengungen anschaut mit was diese Politiker ihren Freiheitskampf am Hindukusch angehen? Welche eine Doppelmoral, wo hingegen hier bei uns in der Gesellschaft das taliban.Gedankengut schon längstens einsickert. Wo ist der Freiheitskampf hier in Deutschland gegen diese schleichende Islamisierung. Während hier in den Moscheen Hassprediger ungerührt weiter predigen, führen wir dort einen verlorenen Krieg.
Herr Zajac und ähnliche wissenslose Fundamentalbesserwisser sollten nicht nur
über moralisch-ethische Werte im Vergleich zwischen Pashtunwali zusammen mit Sharia-Recht UND christlich-deokratischen Werten nachdenken, sondern auch die Realität endlich einmal sehen (wie das Millionen Jahre alte Wasser in Gorleben von den Anti-AKWlern ignoriert wird!). Zunächst beruht der Einsatz in AFG auf mehreren UN-Mandaten und völkerrechtlich korrekten, zwischenstaatlichen Abkommen (z.B. in Bonn). Zweitens ist das Ziel kein "Sieg" über jemanden (nicht verwechseln mit dem damit überlappenden "war against terorism"), sondern eine zum Regieren fähige, selbsttragende Regierung in AFG (nach 30 Jahren Krieg), basierend auf islamischen Grundwerten (die moderater sind, als christliche) - nicht verwechseln mit Sharia-Recht.
Also ist das ganze Gerede von völkerrechtswidrig - und von "Krieg" im Sinne der Haager Verträge dummes Zeug.
However, es ist erschreckend, dass der Bundestag Mundbekenntnisse von sich gibt, aber weder in der Lage ist, die zur Stabilität notwendigen Mittel aufzubringen (Ausbildung Polizei, Justiz, Verwaltung) noch die deutlich überstreckten Streitkräfte zu verstärken und auszurüsten. Es fehlen tausende von Soldaten, Ausrüstung für über 80 Milliarden und Vieles mehr. So tragen unsere Soldaten diese Last auch!!
ist in der Bevolkerung wohl nie das Problem gewesen. Es ist nur interessant, dass
die Politiker ihr diletantisches Tun, gepaart mit Pseudoargumenten mit der Zustimmung der (mündigen) Bürger gleichsetzen. Das hatten wir doch schon alles einmal, seit wann darf nur noch an den Endsieg geglaubt werden, während alles andere Defätismus ist.
" Ich dachte immer, jeder Mensch ist gegen den
Krieg, aber nein, es gibt welche, die dafür sind, besonders die, die nicht hineingeh -
en müssen, daß sind die, die nicht ganz vorne stehen."
Ich hätte auch nie für möglich gehalten, dass mein Land nach zwei begonnen Welt-
kriegen wieder an völkerrechtswidrigen Kriegen teilnimmt. Was ist das für eine
Demokratie?
Nun haben wir mal wieder den Geldadel ( Guttenberg, Maiziere, Leyen ) in der Re -
gierung u. die Militärs ( u.a. Hauptmann Niebel, Stabsarzt Rösler, Oberst Weise von
der BA usw: ) sind sehr aktiv bemüht, die B,wehr auf Vordermann zu bringen, deren
globaler Auftrag ja Demokratie durch Waffen schaffen heißt.
Bürger die gesellschaftkritische Fragen stellen, - man sollte ihnen zuhören, weil sie den
Finger in die Wunde legen u. uns auf Gefahren hinweisen, - werden vorschnell als
Terrorverdächtige eingestuft, oder man hört ihnen gar nicht zu.
Es ist mir auch unbegreiflich, wie pauschal im Parlament über die Menschen geur -
teilt wird u. damit anderen suggeriert, dass man nichts zu ändern braucht.
Die Menschen sind gut. Das System ist inhumaner Schrott.
Die Ausfuehrungen des Verfassers wirken nicht weniger matt und kraftlos als die stereotypen Worte der Kanzlerin. In militaerischer Hinsicht duerfte Deutschland in Afghanistan demnaechst ein Fiasko sondergleichen erleben, auf den darauf folgenden Verlauf des innenpolitischen kann man nur gespannt sein.
Zum 'Rueckhalt' des Deutschen Bundestages gegenueber seinen Soldaten: Dieser sog. Rueckhalt ist in Wirklichkeit schlecht verbraemte Feigheit, denn die Mitglieder des Parlaments sind mehrheitlich bloss zu feige, ihr ethisches Versagen und ihre Realitaetsferne in fast zehn Jahren einzuraeumen. Die Waehler bleiben aufgerufen, die Dinge vom Kopf zurueck auf die Fuesse zu stellen.
Die Bürger müssen Merkel die Leviten lesen
Dass sich die SPD immer noch verpflichtet fühlt, den Einsatz unter alle Umständen zu verteidigen, dass die Grünen ungerührt über das Drama am Hindukusch hinweggehen, ist natürlich falsch, doch leider scheinen die beiden Parteien, die schon bald NRW regieren könnten, grosse Angst vor einer grossen Diskussion vor dem 9.5.2010 zu haben. So also darf die Union Wahlkampf machen, indem sie den Krieg für alternativlos erklärt. Dabei müssten Merkel die Leviten gelesen werden, weil sie so pathetisch am Krieg festhält.